Kreise: A380-Produktion wieder in Gefahr

01.02.2019 - 09:54 0 Kommentare

Emirates überlegt offenbar, ihre bestehenden A380-Bestellungen auf den sparsameren Airbus A350 umzuschreiben. Damit stünde die Fortführung des Doppelstöcker-Programms rund ein Jahr nach seiner Rettung erneut vor dem Aus.

Triebwerke einer A380 der Fluggesellschaft Emirates. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Triebwerke einer A380 der Fluggesellschaft Emirates. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Das Überleben des A380-Programms steht wieder auf der Kippe. Laut Berichten der Nachrichtenagentur "Reuters" gibt es bei A380-Großkundin Emirates Überlegungen, ihre Bestellung über 36 Maschinen ganz oder teilweise auf das sparsamere Langstrecken-Modell A350 umzuschreiben. "Reuters" beruft sich auf eine mit der Sache vertraute Person.

In einem Presse-Statement bestätigte Airbus, dass man sich mit Emirates in Gesprächen über den A380-Vertrag befinde. Die Details seien aber vertraulich. Laut "Reuters" lehnen Emirates und der ebenfalls betroffene Triebwerksbauer Rolls-Royce eine Stellungnahme bisher ab.

© AirTeamImages.com , James Baxter Lesen Sie auch: A380-Programm wieder in Gefahr

Rolls-Royce spielt bei dem Deal eine entscheidende Rolle, da Emirates sich eigentlich für die Trent-900-Motoren des britischen Triebwerksherstellers entschieden hatte – jedoch wurde der Vertrag offenbar bisher nicht unterzeichnet. Der Golf-Carrier äußerte Kritik am Verbrauch der Motoren und wünscht sich Verbesserungen der Effizienz. Bereits in der Vergangenheit stand der Auftrag deswegen auf der Kippe.

Überlebenswichtiger Auftrag für A380-Programm

Airbus und Emirates hatten sich vor einem Jahr auf die Festbestellung von 20 Airbus A380-Linienflugzeugen sowie eine Option auf 16 zusätzliche Superjumbos geeinigt. Damit sicherte der Golf-Carrier die Aufrechterhaltung des A380-Programms für die kommenden Jahre. Der Deal umfasst rund 16 Milliarden Euro.

Ohne den Auftrag müsste Airbus die Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs wohl einstellen. Mit dem Deal würde die A380 mindestens noch zehn Jahre gebaut, wie der europäische Konzern damals mitteilte.

Ohnehin fährt Airbus die A380-Produktion seit Jahren zurück. Im vergangenen Jahr lieferte der Konzern noch zwölf Maschinen aus. Für dieses Jahr planen die Europäer mit acht Jets und ab 2020 sollen nur noch sechs Flugzeuge pro Jahr fertiggestellt werden. Diese Pläne basieren alle auf den 36 offenen Emirates-Bestellungen.

Emirates hatte schon einmal A350-Jets bestellt

Eine Umstellung auf die A350 würde einen Auftrag aus dem Jahr 2007 wiederaufnehmen. Damals hatte Emirates 70 Maschinen - 50 A350-900 und 20 A350-1000 - bei Airbus bestellt. 2014 stornierte der Golf-Carrier den Auftrag wieder, da man befürchtete, dass das Flugzeug könne nicht den Anforderungen entsprechen.

Sollte Emirates wirklich auf den Zweistrahler statt auf die vierstrahlige A380 setzen, würde die Flotte künftig aus Boeing 777, Airbus A380 und der A350 bestehen.

Von: br
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