Kreis gibt Bodensee-Airport Millionenspritze

25.07.2017 - 08:42 0 Kommentare

Der Bodenseekreis gewährt dem Flughafen Friedrichshafen weitere finanzielle Unterstützung. Nach mehreren Airline-Verlusten in der Vergangenheit will sich der Bodensee-Airport neu aufstellen.

Eine Lufthansa-Maschine am Flughafen Friedrichshafen. - © © Bodensee-Airport -

Eine Lufthansa-Maschine am Flughafen Friedrichshafen. © Bodensee-Airport

Der Flughafen Friedrichshafen erhält vom Bodenseekreis eine Finanzspritze von etwa einer Million Euro. Das geht aus einer nun veröffentlichten Mitteilung der Kreisverwaltung hervor. Wie es darin heißt, wurde der Beschluss vergangene Woche bei einer nichtöffentlichen Sitzung gefasst.

Ein Sprecher der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) sagte, die Stadt Friedrichshafen habe eine finanzielle Unterstützung von einer Million Euro in Aussicht gestellt. Von der Stadt gab es dazu zunächst keine Bestätigung.

Neue Airlines an Friedrichshafen binden

Das Geld solle gezielt zur "Reaktivierung innerdeutscher Flugstrecken, insbesondere nach Hamburg und Berlin, dienen", begründete der Kreis seine finanzielle Zusage. Ziel sei es, auf diese Weise einen Mehrjahresvertrag mit einer Regional-Airline zu schließen, um das Angebot an Linienflügen wieder auszubauen. Aktuell gibt es keine Flüge nach Hamburg oder Berlin ab Friedrichshafen.

Angebotene Sitzplatzkapazitäten ab Friedrichshafen
Angaben in Prozent
Germania 37.5
Lufthansa 33.0
Wizz Air 16.0
Turkish
Airlines
8.0
Eurowings 4.8
Twin Jet 0.7

Die Grafik zeigt die angebotenen Sitzplatzkapazitäten von Flügen ab dem Airport Friedrichshafen im laufenden Sommerflugplan.Quelle: CH Aviation, Stand: 25. Juli 2017

Wie der Sprecher der FFG sagte, geht es konkret darum, das finanzielle Risiko der Fluglinie mit dem Betrag abzufedern. Im Gegenzug solle sich eine Fluglinie zu einem langfristigen Engagement verpflichten. Noch sei unklar, welche Airline am Ende in Friedrichshafen starten und landen wird.

Rückzug mehrerer Carrier

Erst im April hatte die österreichische People’s Viennaline ihr Engagement am Bodensee-Airport beendet. Airport-Chef Klaus-Dieter Wehr nannte den Rückzug "überraschend". Die österreichische Fluggesellschaft bot zuletzt rund 20 Prozent der angebotenen Sitzplatzkapazitäten ab Friedrichshafen an.

In den vergangenen beiden Jahren waren Intersky  und VLM Airlines  insolvent gegangen. Durch Intersky war damals mehr als die Hälfte des Verkehrs am Flughafen weggebrochen, bei VLM waren es knapp 20 Prozent.

Passagierzahlen rückläufig

Die Entwicklungen bei Intersky und VLM haben dazu beigetragen,  dass der Bodensee-Airport im vergangenen Jahr einen Passagierrückgang verzeichnen musste . Die Zahl sank um mehr als sechs Prozent auf 524.000 Fluggäste.

© Flughafen Friedrichshafen GmbH, Lesen Sie auch: Bodensee-Airport verlängert mit Chef Claus-Dieter Wehr

Man führe zurzeit Gespräche, sagte der Sprecher. Der Kreis will eigenen Angaben zufolge auch bei anderen Gesellschaftern für eine finanzielle Unterstützung werben. Der Bodenseekreis und die Stadt Friedrichshafen halten jeweils fast 40 Prozent des Stammkapitals.

Von: cs, ch, dpa
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