Kranich-Konzern will in Afrika wachsen

02.02.2018 - 08:41 0 Kommentare

Lufthansa-Chef Spohr sieht Afrika als Platz für Wachstum: Vor allem die übernommene Brussels Airlines hätte auf dem Kontinent ein ausbaufähiges Standing. Auch zu Air Berlin äußerte sich der Kranich-Konzernchef.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. - © © dpa - Daniel Bockwoldt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. © dpa /Daniel Bockwoldt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht Afrika als Wachstumsmarkt für Deutschlands größte Fluggesellschaft. Die Verbindungen von und nach Afrika würden künftig "definitiv" schneller wachsen als jene in andere Weltregionen, sagte Spohr vor Journalisten in Kapstadt.

Die Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns, darunter auch Brussels Airlines, Swiss und die Billigtochter Eurowings, fliegen derzeit 35 Ziele in Afrika an, es gebe insgesamt 207 Hin- und Rückflüge pro Woche, so Spohr. Südafrika und Nigeria sind dabei die wichtigsten Märkte. Gerade Südafrika ist bei deutschen Urlaubern beliebt.

Von Europa nach Afrika fliegen
Angaben in Prozent
Ethiopian Airlines 39.2
Air France 16.0
Turkish Airlines 11.2
Brussels Airlines 4.2
Übrige Airlines 29.4

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Flügen aus Europa nach Afrika (ausgenommen Nordafrika) im laufenden Winterflugplan bis Ende März. "Übrige Airlines" sind jene mit einem Anteil von weniger als je drei Prozent. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 1. Februar 2018

Vor allem mit der Anfang 2017 abgeschlossenen Übernahme der belgischen Airline Brussels, die etablierte Langstreckenverbindungen von und nach Afrika mitbrachte, hat sich die Lufthansa Group auf dem Markt gestärkt und so ein Passagierplus verbucht.

"Die letzten freien Plätze sind immer die teuersten"

Spohr wies zudem erneut Vorwürfe zurück, wonach Lufthansa nach der Pleite von Air Berlin die Flugpreise unmäßig erhöht habe. Wegen der Insolvenz hätten von heute auf morgen 90 der 140 Jets den Betrieb eingestellt, was Engpässe verursacht habe. Das habe zu "riesiger zusätzlicher Nachfrage" bei Lufthansa geführt, sagte Spohr.

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Medien: Bund stimmte sich frühzeitig mit Lufthansa ab

Die letzten freien Plätze in Flugzeugen seien immer die teuersten. Er gehe aber davon aus, dass dies nur etwa fünf Prozent der Fluggäste betroffen habe. Lufthansa expandiere mit Eurowings rasch, aber nicht so schnell, um die Lücke von Air Berlin zu füllen. "So schnell können wir Eurowings nicht aufbauen", sagte Spohr.

Von: cs, dpa
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