"Unvollständige Kostenprognose" Kosten für Berliner Regierungsterminal steigen

30.12.2010 - 15:08 0 Kommentare

Das Regierungsterminal am künftigen Hauptstadtflughafen BBI wird voraussichtlich mehr als doppelt so teuer wie bisher gedacht. Die Kostensteigerungen sollen sich durch eine zu spät begonnene Planung und unvollständige Kostenprognosen ergeben haben.

Siegerentwurf des künftigen Regierungsterminals in Berlin - © © dpa -

Siegerentwurf des künftigen Regierungsterminals in Berlin © dpa

Der neue Berliner Flughafen für Regierungsmitglieder und Staatsgäste wird mehr als doppelt so teuer wie geplant. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn teilte am Montag auf Anfrage mit, dass für das Sonderterminal am neuen Flughafen BBI statt 125 Millionen Euro nun 310 Millionen Euro Baukosten veranschlagt sind.

Zudem verzögert sich die Fertigstellung nochmals um mindestens ein Jahr bis 2014. Die Bundesanstalt bestätigte damit einen Bericht der «Berliner Morgenpost» (Montag).

Die ersten Kostenprognosen hätten sich nur auf einzelne Gebäude bezogen, ohne den Bedarf der Nutzer insgesamt zu decken, hieß es in der Behörde. Die Baumaßnahme umfasse neben dem Empfangs- und Abfertigungsgebäude auch Hangarbereiche, Flugbetriebsflächen und Rollwege. Zudem sei die Interimsunterbringung eingerechnet.

Ursprünglich hatte das neue Regierungsterminal im November 2011 eröffnen sollen. Bereits im Frühjahr sprach das Verteidigungsministerium jedoch von einer Verschiebung bis 2013 und erwog eine zwischenzeitliche Abfertigung in Containern. Laut Immobilienanstalt soll nun aber zur Überbrückung das in Schönefeld freiwerdende Terminal A genutzt werden.

Derzeit wird der protokollarische Flugbetrieb der Bundesregierung über Berlin-Tegel abgewickelt. Nach der Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International voraussichtlich im Juni 2012 steht Tegel aber nicht mehr zur Verfügung.

Die massiven Kostensteigerungen für den neuen Regierungsflughafen sind laut «Morgenpost» vor allem darauf zurückzuführen, dass zu spät mit der Planung begonnen wurde und der notwendige Ausweichstandort teuer ist. Den Wettbewerb für den Bau des 2000 Quadratmeter großen Empfangsgebäudes hatte das Berliner Architektenbüro Busmann + Haberer gewonnen. Es sieht einen luftigen Flachbau aus Glas und Holz vor.

Von: dpa
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