Konzernumbau: Aus EADS wird künftig Airbus

31.07.2013 - 10:34 0 Kommentare

Ein knappes Jahr nach dem Scheitern der Fusion mit dem Rüstungsgiganten BAE Systems wird Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern kräftig umgebaut. EADS nimmt dazu den Namen seiner renommierten Marke Airbus an.

Airbus-Chalet auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget 2013

Airbus-Chalet auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget 2013
© Airbus

Demonstrationsflug eines Airbus A380. Im Vordergrund eine EADS-Fahne mit allen Töchtern

Demonstrationsflug eines Airbus A380. Im Vordergrund eine EADS-Fahne mit allen Töchtern
© EADS

EADS-Chef Thomas Enders

EADS-Chef Thomas Enders
© dpa - EADS

CN235-Milit

CN235-Milit
© Airbus Military

Eurocopter EC-725.

Eurocopter EC-725.
© AirTeamImages.com

Airbus-A350-Testmaschine in Toulouse.

Airbus-A350-Testmaschine in Toulouse.
© Airbus - S. Ramadier

Europas größter Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt sich einen neuen Namen und heißt künftig wie seine wichtigste Tochter Airbus. Zudem ordnet das Unternehmen sein schwächelndes Rüstungsgeschäft neu. Dafür werden die bisherige Raumfahrtsparte Astrium mit der Wehrtochter Cassidian und Airbus Military zum neuen Unternehmen Airbus Defence & Space zusammengelegt.

Dieser Schritt sei eine Reaktion auf das veränderte Marktumfeld, das von stagnierenden oder sogar schrumpfenden Verteidigungsbudgets in der westlichen Welt geprägt ist, teilte EADS am Mittwoch mit. "Die Umbenennung führt schlichtweg das gesamte Unternehmen unter der besten Marke zusammen, die wir haben - eine Marke, die für Internationalisierung, Innovation und Integration steht - sowie für rund zwei Drittel unseres Umsatzes", erklärte Konzernchef Thomas Enders.

Struktur ähnelt der des Rivalen Boeing

Der Konzern ähnelt damit künftig verstärkt dem US-amerikanischen Rivalen Boeing. Dieser hat ebenfalls das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft in einem Bereich zusammengefasst (Boeing Defense, Space and Security). Daneben ist der zivile Flugzeugbau (Commercial Airplanes) das wichtigste Geschäft.

Chef des neuen Geschäftsbereichs Airbus Defence & Space mit etwa 45.000 Mitarbeitern wird der bisherige Cassidian-Leiter Bernhard Gerwert. Der Hauptsitz soll im Großraum München angesiedelt sein. Dass die Rüstungssparte ihren Sitz in Bayern bekommt, geht auf eine Forderung Deutschlands zurück. Durch den Umzug der EADS-Zentrale ins französische Toulouse hatte der Standort Ottobrunn zuletzt an Bedeutung verloren.

Konzernchef Enders setzt mit der Reorganisation und Umbenennung den Umbau des Konzerns fort, den er nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems begonnen hatte. «Unsere Verteidigungs- und Raumfahrtaktivitäten reorganisieren und fokussieren wir, um Kosten zu reduzieren, die Profitabilität zu steigern und unsere Marktposition zu verbessern», kommentierte Enders am Mittwoch. «Was wir heute präsentieren, ist eine Evolution, keine Revolution. Es ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung unseres Unternehmens.»

Eurocopter firmiert künftig unter Airbus Helicopters

Mit der Fusion mit BAE Systems wollte Enders EADS ursprünglich auf neue und vor allem größere Füße stellen. Die Rüstungsparte sollte es mit der Verbindung einfacher haben, auf Märkten Fuß zu fassen, die dem Konzern bisher versperrt waren. Doch der Plan scheiterte am Widerstand aus Berlin. Danach bekam EADS eine neue Aktionärsstruktur, Deutschland stieg als Großaktionär ein, zugleich wurde der Staatseinfluss aber verringert.

Bevor die Veränderungen in vollem Umfang wirksam werden können, müssen nach EADS-Angaben mehrere regulatorische Voraussetzungen erfüllt sowie Konsultationen mit dem Betriebsrat und weitere Genehmigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die Hubschraubertochter Eurocopter bekommt eine neue Kennung und firmiert dann unter Airbus Helicopters.

Von: dpa, AFP
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