Verwirrung um Gewerkschaften

Konsortium zur Alitalia-Übernahme legt doch Angebot vor

01.11.2008 - 11:13 0 Kommentare

In den Verhandlungen über die Rettung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat die Investorengruppe CAI am Freitagabend doch noch ein verbindliches Angebot vorgelegt. Zuvor berichteten italienische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf CAI-nahe Kreise, das Konsotium wolle doch kein verbindliches Angebot einreichen

Alitalia Maschinen am Boden - © © dpa -

Alitalia Maschinen am Boden © dpa

Das Konsortium hatte bis Freitag um Mitternacht ein Angebot einreichen müssen, dies aber eigendlich von der Unterzeichnung eines vorläufigen Dokuments durch die Gewerkschaften abhängig gemacht. Zuvor waren zwei Verhandlungsführer der CAI zu weiteren Gesprächen mit der italienischen Regierung zusammengekommen. Am Nachmittag hatte das Konsortium Medienberichten zufolge eine Offerte für die Übernahme der Alitalia noch abgelehnt, weil Piloten- und Flugbegleitergewerkschaften sich geweigert hatten, ein Abkommen zur Regelung der Arbeitsverträge zu unterzeichnen.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hatte sich vor dem weiteren Treffen mit den CAI-Vertretern jedoch "optimistisch" über den Ausgang der Gespräche geäußert. Ein Scheitern der Verhandlungen hätten die Fluggesellschaft gefährlich nahe an den Rand der Pleite gebracht.

Das Investorenkonsortium CAI will das Passagiergeschäft der Alitalia übernehmen und mit dem ebenfalls krisengeschüttelten italienischen Branchenzweiten Air One zusammenführen. 12.500 Alitalia-Mitarbeiter sollten dabei ihren Job behalten, für weitere 3.250 bedeutet die Übernahme den Plänen zufolge das Aus. Dies lehnen die Gewerkschaften bislang ab. Die Regierung in Rom hatte den von der Entlassung bedrohten Beschäftigten bereits Entschädigungszahlungen für die kommenden sieben Jahre zugesichert.

Alitalia gehört zu 49,9 Prozent dem Staat und macht täglich einen Verlust von drei Millionen Euro. Ende August wurde die Fluggesellschaft unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters gestellt.

Von: AFP
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