Kötter will Ex-Betriebschef anzeigen

20.06.2017 - 15:15 0 Kommentare

Er soll auch Reisekostenabrechnungen gefälscht haben: Kötter will gegen den Ex-Standortleiter der Aviation-Security am Airport Köln/Bonn vorgehen. Dessen Anwalt sieht ihn als "Bauernopfer".

Ein Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab - © © dpa, O. Berg -

Ein Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab © dpa, O. Berg

Kötter will Strafanzeige gegen den ehemaligen Standortleiter der Aviation-Security am Flughafen Köln/Bonn stellen. "Wir sahen nach Prüfung der Vorgänge durch unsere interne Revision keine andere Möglichkeit", sagte ein Sprecher des Sicherheitsdienstleisters zu airliners.de. "Wir gehen davon aus, dass der Angeklagte mit krimineller Energie gehandelt hat. Selbstverständlich werden wir der Staatsanwaltschaft unsere Ermittlungsergebnisse unverzüglich zur Verfügung stellen."

Das Unternehmen wirft dem ehemaligen Mitarbeiter Unterschlagung, Betrug und persönliche Bereicherung vor. "Hier geht es eindeutig um kriminelles Verhalten. Und das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft." So soll der Manager anderen Mitarbeitern befohlen haben, fiktive Reisekosten zulasten des Unternehmens abzurechnen, um die erstatteten Summen dann teilweise an ihn abzutreten.

Beschuldigter weist Vorwürfe zurück

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe, sagte sein Anwalt Herbert Kaupert im Gespräch mit airliners.de. "Das sieht nun sehr danach aus, als wenn Kötter meinen Mandanten diskreditieren will."

Dem Manager von Kötter wurde im April gekündigt - er hat daraufhin Klage gegen seine Entlassung eingereicht. Laut Kötter soll er angewiesen haben, dass Zertifikate für Weiterbildungen an Personen ausgestellt werden, die gar nicht an den Lehrgängen teilnahmen.

"Die Vorwürfe sind frei erfunden", so Kaupert. "Für mich sieht es so aus, als wäre mein Mandant ein Bauernopfer. Immerhin wurde der Frau, die die Zertifikate unterschrieben hat, nicht gekündigt." Es sehe so aus, als wenn Kötter nun neue Vorwürfe suche, um die Kündigung anders zu rechtfertigen.

Vertraute bezeichnen ihn als "Mini-Erdogan"

Vertraute des Beschuldigten berichten airliners.de von anderen Zuständen: "Er war quasi der Mini-Erdogan im Unternehmen", heißt es aus Flughafenkreisen. "Einigen Mitarbeitern ging es gut, anderen nicht." Der Manager habe ein "Schattenreich" aufgebaut. Beispielsweise soll er sehr empfänglich für Bestechungen gewesen sein. "Mitarbeiter, die ihm Baklava mitbrachten, bekamen bessere Schichten zugeteilt."

© dpa, O. Berg, Lesen Sie auch: Flughafen Köln trennt sich von Sicherheitsfirma Kötter

Die Vorwürfe bei Kötter kamen durch einen anonymen Hinweis eines Mitarbeiters auf. Der anschließende Bericht der Revisionsabteilung fiel "schockierend" aus, sagte Unternehmenschef Friedrich P. Kötter. Der Flughafen Köln/Bonn hat Kötter im Zuge des Manipulationsskandals im April vorzeitig gekündigt.

Von: cs
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