Sicherheitsdienstleister Kötter räumt "schockierende" Fehler ein

12.04.2017 - 14:17 0 Kommentare

Der Chef des Sicherheitsdienstleisters Kötter hat in einem Interview "schockierende" Fehler eingeräumt. Die Mitarbeiter würden nun nachgeschult. Das Unternehmen will zudem neue Kontrollmechanismen aufsetzen.

Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen. - © © Kötter Services -

Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen. © Kötter Services

Nach den Vorwürfen wegen gefälschter Schulungsunterlagen am Flughafen Köln-Bonn hat der Chef des Sicherheitsdienstes Kötter Fehler eingeräumt. "Es hat Fehler, Unaufrichtigkeiten, falsche Angaben und Versäumnisse gegeben. Das ist nicht zu entschuldigen", sagte der Geschäftsführer Friedrich P. Kötter in einem Interview mit der "Rheinischen Post".

Die Firma soll Bescheinigungen über Fortbildungen ausgestellt haben, die so gar nicht stattgefunden haben. Alle betroffenen 160 Mitarbeiter sollen Kötter zufolge in den kommenden acht Wochen nachgeschult werden.

Kötter will neue Kontrollmechanismen aufsetzen

"Es hätte früher auffallen müssen, dass es Manipulationen gegeben hat", sagte der Manager. Weitere Untersuchungen liefen bereits. Ein externer Gutachter werden aber nicht beauftragt. Der Bereich Kötter Airport Security und die Kötter Verwaltungsdienstleistungen seien zwei unabhängige Unternehmen, es gebe keine Interessenskonflikte.

Nach dem anonymen Hinweis einer Mitarbeiterin habe die interne Revisionsabteilung des Unternehmens einen Bericht verfasst, der "schockierend" ausgefallen sei. Nun arbeite man an neuen Kontrollmechanismen. Das Unternehmen hatte bereits personelle Konsequenzen gezogen.

Auch das NRW-Verkehrsministerium und die Bezirksregierung Düsseldorf hatten die Vorgänge am Flughafen Köln-Bonn untersucht. Kötter ist auch am Flughafen Düsseldorf mit Luftsicherheitsaufgaben betreut.

© dpa, O. Berg, Lesen Sie auch: Flughafen Köln trennt sich von Sicherheitsfirma Kötter

Der Flughafen Köln-Bonn hatte Kötter nach dem Vorwurf vorzeitig gekündigt. Die Zusammenarbeit soll Ende Januar 2018 auslaufen. Dadurch gehen Kötter nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Euro Umsatz verloren. Der Flughafen wollte zudem Strafanzeige stellen.

Von: dpa, dh
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