Situation von Kötter-Personal am Airport Düsseldorf verbessert sich wohl

11.09.2017 - 15:33 0 Kommentare

Die Mitarbeiter an den Fluggastkontrollen des Airports Düsseldorf schöpfen nach einem Gespräch mit der Bezirksregierung neue Hoffnung: Denn offenbar kommt Kötter dem Personal entgegen. Doch das Unternehmen dementiert dies.

Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen. - © © Kötter Services -

Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen. © Kötter Services

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat offenbar einen ersten Erfolg für die Mitarbeiter der von der Bundespolizei mit den Fluggastkontrollen am Airport Düsseldorf betrauten "Kötter Aviation Security" errungen. Nach einer Überlastungsanzeige der Mitarbeiter wurden in einem Gespräch zwischen Kötter und der Verwaltungsbehörde konkrete Schritte zur Entlastung des Personals an den Kontrollen beschlossen, erfuhr airliners.de von Gesprächsteilnehmern.

Unter anderem habe Kötter zugestimmt, dass die Pausenzeiten erst beginnen, sobald das Personal den Freizeitraum betreten hat. So wird die Wegzeit von der Kontrollstrecke dorthin fortan vergütet.

Aktuelle Situation

Auch am Wochenende hat es wieder lange Schlangen an den Sicherheitsschleusen des Flughafens Düsseldorf gegeben. Ein Mitarbeiter nannte die Zustände "katastrophal": "Babys und Kinder weinen, alte Menschen können kaum noch stehen ... Es ist traurig, so etwas zu sehen und nichts machen zu können." Pro Tag sind etwa 450 Mitarbeiter im Einsatz - laut Gewerkschaftsberechnungen rund 100 zu wenig. (cs)

Foto: © privat

In einem anderen wichtigen Punkt erzielte man jedoch keine Einigung: So fordert die Bezirksregierung, dass Kötter den Mitarbeitern an der Kontrollstrecke alle zwei Stunden eine bezahlte Erholungsphase gewährt. Dies sei elementar wichtig, damit das Personal konzentriert arbeiten kann, sagen Experten.

Kötter bestätigt, dass ein solches Gespräch stattgefunden habe - allerdings seien dort keine Beschlüsse gefasst worden: "Es gab weder eine Anweisung, einen Erlass oder eine Aufforderung an unser Unternehmen diskutierte Veränderungen umgehend umzusetzen", sagte ein Sprecher auf Anfrage von airliners.de. Mit der Behörde sei vielmehr vereinbart worden, dass das Protokoll der Gespräche Grundlage für das weitere mit Bezirksregierung, Bundespolizei und Betriebsrat abzustimmende Vorgehen ist.

Auch Verdi fordert Erholung

Auch die Gewerkschaft Verdi fordert die Entlastungspause. "Wir sind in unserer Forderung nun von der Bezirksregierung bestätigt worden", sagte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. "Es ist absolut die richtige Entscheidung, dass die Sicherheitskräfte zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit nach maximal zwei Stunden eine bezahlte Entlastungspause brauchen."

Schon jetzt wechseln die Mitarbeiter an einer Kontrollstrecke alle 20 Minuten untereinander die Aufgaben, sodass sich keine Routine einschleichen kann und etwaige Sicherheitsverstöße unentdeckt bleiben.

Die Mitarbeiter der Fluggastkontrolle am Airport Düsseldorf beklagen seit Wochen, zu viel arbeiten zu müssen. Jüngst stellten sie eine Überlastungsanzeige um für eventuell auftretende Fehler während der Arbeit nicht mehr haftbar gemacht werden zu können. Auch der Flughafen schaltete sich vergangene Woche ein.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Mitarbeiter begehren gegen Kötter auf

Von: cs
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