Hohe Fehlerquote

Körperscannertests werden verlängert

30.03.2011 - 15:01 0 Kommentare

Das Bundesinnenministerium hat einen Bericht des "Hamburger Abendblatts" bestätigt, wonach die Testphase für Körperscanner am Flughafen Hamburg bis zum Sommer verlängert wird. Ursprünglich sollte die im vergangenen September angelaufene Testphase nur bis Ende März laufen.

Körperscanner im Testbetrieb am Flughafen Hamburg - © © dpa - Marcus Brandt

Körperscanner im Testbetrieb am Flughafen Hamburg © dpa /Marcus Brandt

Der Test für die beiden Körperscanner am Hamburger Flughafen wird um vier Monate verlängert. Damit wird die Ende September 2010 am Airport in Fuhlsbüttel begonnene Erprobungsphase bis einschließlich Juli fortgeführt, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Nutzung des Ganzkörperscanners - der im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen auch nichtmetallische Gegenstände aufspürt - bleibt für die Passagiere jedoch wie bisher freiwillig.

Das Innenministerium zieht eine positive Zwischenbilanz der ersten sechs Testmonate. Bislang haben demnach rund 480.000 Fluggäste die beiden Körperscanner benutzt. Befragungen vor Ort haben ergeben, dass 90 Prozent der Passagiere die Technik für eine geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit im Luftverkehr halten. Die Detektoren stärken nach Einschätzung des Ministeriums das Sicherheitsgefühl, die Befragten würden den Körperscanner deshalb wieder benutzen.

Hersteller sagt Software-Verbesserung zu

Nach Ministeriumsangaben hat der Hersteller unterdessen eine verbesserte Software-Version zugesagt. Da nur in der Praxis die notwendigen Erkenntnisse für den «Echtbetrieb» gewonnen werden könnten, sei eine Verlängerung des Feldversuchs um vier Monate notwendig. Nun müsse sich zeigen, wie sich diese Technik in der Praxis bewähre. Die erforderlichen Verbesserungen betreffen den Angaben zufolge allerdings nicht das Sicherheitsniveau, sondern operative Punkte mit Auswirkung auf den Komfort der Passagiere bei der Benutzung von Körperscannern, etwa einen höheren Passagierdurchlauf pro Stunde und weniger manuelle Nachkontrollen.

Der Test der Körperscanner hatte sich aufgrund mehrerer Kritikpunkte verzögert. Er wurde erst begonnen, nachdem gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und ein Mehrwert für die Luftsicherheit garantiert worden war. Diese Grundvoraussetzungen werden laut Ministerium von den im Probebetrieb verwendeten Geräten vom Typ «ProVision ATD» erfüllt. Sie nutzten aktive Millimeterwellen-Technologie, die gesundheitlich unbedenklich sei.

Der Scanner arbeitet arbeitet mit einem automatischen Detektionsverfahren und zeigt die Position entdeckter Gegenstände über ein Piktogramm, das bei jedem Fluggast gleich aussieht. Das Gerät produziert damit keine Bilder des menschlichen Körpers. Daten werden nach dem Scanvorgang nicht gespeichert. Damit werde dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Passagiere umfassend Rechnung getragen. Auch Airliners.de-Kolumnist Andreas Spaeth schilderte bereits seine Erfahrungen mit dem Körperscanner.

Von: dpa
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