Knapper Zeitplan: Am BER soll schneller gebaut werden

21.12.2015 - 17:23 0 Kommentare

Die Zeit auf der BER-Baustelle drängt. Ende 2017 soll der Flughafen eröffnen, nun im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden. Noch dementiert die Flughafengesellschaft weitere Verzögerungen. Die Entrauchung funktioniere inzwischen.

Baustelle im Terminalgebäude des künftigen Haupstadtflughafens BER.

Baustelle im Terminalgebäude des künftigen Haupstadtflughafens BER.
© dpa - Michael Kappeler

Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld lässt sich auf der BER-Baustelle ablichten.

Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld lässt sich auf der BER-Baustelle ablichten.
© dpa - Patrick Pleul

Ein Bauhelm liegt vor dem neuen Terminal des BER.

Ein Bauhelm liegt vor dem neuen Terminal des BER.
© dpa - Patrick Pleul

Die Fertigstellung des Hauptstadtflughafens BER kommt nach Angaben der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) voran. Am Montag sei das zweite von drei "Steuerungssegmenten" der Entrauchungsanlage fertiggestellt worden. "Wir haben die Entrauchungssteuerung mittlerweile in den Griff bekommen", wurde Technikchef Jörg Marks in einer Mitteilung zitiert.

Das Absaugen des Qualms bei einem Brand und das Nachströmen der Frischluft sollen gemeinsam gesteuert werden. Das bis 2012 verfolgte Konzept einer getrennten Steuerung hatte nicht funktioniert. Das war ein wesentlicher Grund, warum die Eröffnung des Flughafens verschoben werden musste. Diese ist nun für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant.

Zwei-Schicht-Betrieb nach Weihnachten

Zuvor soll aber das Arbeitstempo auf der Baustelle steigen: Angesichts des wachsenden Zeitdrucks werden der Zwei-Schicht-Betrieb und die Sechs-Tage-Woche ausgeweitet. Nach Planern, Projektsteurern und Objektüberwachern sollten nach Weihnachten auch Baufirmen in den neuen Rhythmus einsteigen, hatte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag angekündigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will im Januar die wichtigsten Baufirmen ins Gebet nehmen. «Darum geht es: allen auch die Ernsthaftigkeit der Situation zu vermitteln», kündigte Müller an.

Die geplante Eröffnung des dann drittgrößten deutschen Flughafens mit dem Beginn des Winterflugplans 2017/18 sei zu schaffen, betonte der Regierungschef. «Auch die Unternehmen müssen sagen: Wir wollen das jetzt.» Die Bauarbeiten werden nach einem überarbeiteten Zeitplan des Flughafenchefs nicht im kommenden März beendet, sondern vier Monate später. Es folgen Abnahmen, Testläufe und der Umzug vom Flughafen Tegel, der dann nach einer Übergangsphase für den Linienbetrieb geschlossen werden soll.

Mögliche Verschiebung um eine Flugplanperiode

Die "Bild am Sonntag" hatte am Wochenende unter Berufung auf interne Unterlagen berichtet, der neue Hauptstadtflughafen könne erst 2018 eröffnen. Darüber sei Technikchef Jörg Marks am 1. September in einer E-Mail informiert worden.

Obwohl der Beginn des Sommerflugplans im März 2018 den beteiligten Firmen als "offizieller Alternativtermin" bekannt ist, wies der Flughafenchef die Berichte der Zeitung öffentlich weiter zurück: "Die Grundbotschaft bleibt: Eine Eröffnung ist 2017 zu schaffen", sagte Mühlenfeld. Tests mit tausenden Komparsen sollen ab April 2017 stattfinden, die Eröffnung werde weiterhin im Oktober 2017 angepeilt.

© dpa, Jörg Carstensen Lesen Sie auch: Betreiber planen sanfte BER-Inbetriebnahme

Weniger Mitbestimmung für die Politik

Im Aufsichtsrat des Unternehmens haben die beteiligten Regierungen künftig weniger Einfluss. Weil die Mitarbeiterzahl im März oder April die Marke von 2000 übersteigt, müssen nach dem Mitbestimmungsgesetz im Aufsichtsrat Eigentümer- und Arbeitnehmerseite gleich stark vertreten sein. Bislang haben Arbeitnehmer ein Drittel der Sitze. Die übrigen besetzen Berlin, Brandenburg und der Bund als Eigentümer. Zudem erhält das Unternehmen einen Arbeitsdirektor.

Zu Spekulationen über einen Machtkampf zwischen Flughafenchef Mühlenfeld und Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Müller: «Wir haben gerade auch heute erlebt, dass die Geschäftsführung an einem Strang zieht.» Es seien jedoch alle sehr belastet, der Termindruck sei groß. «In so einer Situation muss auch mal Tacheles geredet werden.»

Von: dh, dpa, AFP
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