Klage eingereicht: Fusion American Airlines - US Airways wackelt

14.08.2013 - 08:01 0 Kommentare

Seit Monaten treiben die beiden Fluggesellschaften American Airlines und US Airways ihren Zusammenschluss zur neuen Nummer Eins voran. Doch nun droht das gesamte Vorhaben zu scheitern.

Leitwerke von US Airways (vorn) und American Airlines - © © AirTeamImages.com - Serge Bailleul

Leitwerke von US Airways (vorn) und American Airlines © AirTeamImages.com /Serge Bailleul

Die US-Regierung will die Fusion von American Airlines und US Airways verhindern. Das Justizministerium und mehrere Bundesstaaten reichten am Dienstag Klage gegen den elf Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) schweren Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften ein, weil dieser ihrer Ansicht nach zu Preiserhöhungen für Fluggäste und schlechterem Service führen würde. Gemeinsam würden die Airlines nach Passagierzahlen die größte Fluggesellschaft der Welt bilden.

"Flugreisen sind unerlässlich für Millionen amerikanische Verbraucher, die regelmäßig aus beruflichen oder privaten Gründen fliegen", erklärte US-Justizminister Eric Holder. "Verbraucher würden den Preis für diese Fusion zahlen - mit höheren Flugpreisen, höheren Gebühren und weniger Auswahl." Das Justizministerium hält die US-Luftfahrtindustrie schon jetzt für "hoch konzentriert". Nach dem Zusammenschluss würden vier Airlines mehr als 80 Prozent des Marktes für kommerzielle Flugreisen kontrollieren.

Ein Gemeinschaftsunternehmen von American Airlines und US Airways würde sich an den US-Konkurrenten United und Delta vorbei schieben, die selbst Fusionen mit Continental beziehungsweise Northwest hinter sich haben. Die neue Fluglinie würde mit etwa 1500 Maschinen mehr als 330 Ziele weltweit anfliegen und ihren Luftverkehr dabei über neun Drehkreuze verteilen.

Die Megafusion würde sich indirekt auch auf Lufthansa auswirken, die bislang mit US Airways in der Luftfahrtallianz Star Alliance zusammenarbeitet. American Airlines gehört dagegen zu dem Bündnis Oneworld, zu der unter anderem auch Airberlin zählt. Die neue Gemeinschafts-Airline will sich Oneworld anschließen.

American Airlines und US Airways hatten ihre elf Milliarden Dollar schwere Fusion im Februar verkündet. Sie wollten das Unterfangen eigentlich noch in diesem Quartal zum Abschluss bringen. Für die American-Muttergesellschaft AMR sollte die Fusion gleichzeitig der Ausweg aus der Insolvenz sein. Gläubiger und Aktionäre der Firmen hatten dem Vorhaben schon zugestimmt und auch die EU-Kommission als europäische Wettbewerbsbehörde sagte unter Bedingungen ja.

Die beiden Fluggesellschaften können nun vor einem Gericht in Washington ihre Fusion verteidigen. Möglich wären auch Zugeständnisse an die US-Wettbewerbshüter. Der Leiter der Kartellabteilung im Justizministerium, Bill Baer, gab sich allerdings am Dienstag hart: «Die beiden Fluggesellschaften haben erklärt, dass sie auch alleine Erfolg haben könnten.»

Von: dpa, AFP
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