Keine höhere Entschädigung

07.09.2017 - 17:01 0 Kommentare

Ein Urteil des EuGH schafft Klarheit bei Entschädigungszahlungen: Ausschlaggebend ist die Luftlinienentfernung zwischen Start- und Zielairport. Dies gilt auch für Umsteigeverbindungen, selbst wenn ein Umweg geflogen wird.

Leitwerke von Flugzeugen der Brussels Airlines - © © Brussels Airlines -

Leitwerke von Flugzeugen der Brussels Airlines © Brussels Airlines

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat der Entschädigung von Fluggästen bei Verspätungen Grenzen gesetzt. Bei der für die Höhe einer Erstattung maßgeblichen Entfernung zwischen Start- und Zielflughafen sei ausschließlich die Luftlinienentfernung ausschlaggebend, entschieden die Luxemburger Richter.

Wer statt eines Direktfluges eine Umsteigeverbindung wählt und deswegen eine längere Strecke zurücklegt, hat deshalb kein Recht auf eine höhere Entschädigung.

Klage von Brussels Passagieren

Bei einer Verspätung von drei Stunden oder mehr haben Fluggäste innerhalb der EU bei Flügen von 1500 Kilometern oder weniger Anspruch auf eine Entschädigung von 250 Euro. Ist die Entfernung weiter als 1500 Kilometer, beträgt die Entschädigung 400 Euro.

Im konkreten Fall hatten drei Fluggäste geklagt, die mit Brussels Airlines von Rom über Brüssel nach Hamburg gereist waren. Da die tatsächlich zurückgelegte Flugstrecke 1656 Kilometer betrug - 1173 Kilometer für die Entfernung zwischen Rom und Brüssel, 483 Kilometer für die Entfernung zwischen Brüssel und Hamburg -, hatten sie auf die höhere Zahlung gepocht.

Keine Unterscheidung zwischen Direkt- und Umsteigeverbindungen

Nach dem Urteil ist aber für die Bestimmung nun allein die Luftlinienentfernung von 1326 Kilometern zwischen Rom und Hamburg zu berücksichtigen (Rechtssache C-559/16).

Die EU-Fluggastverordnung unterscheide hier nicht zwischen Direkt- und Umsteigeverbindungen. Auch der Zweck der Zahlungen spreche für eine Gleichbehandlung. Diese sollten die Unannehmlichkeiten ausgleichen, die den Fluggästen durch eine Verspätung oder Annullierung entstehen. Ein Zwischenstopp habe auf diese Unannehmlichkeiten aber keine Auswirkungen.    dpa-AFX

Von: cs, dpa-AFX, AFP
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