Dreiergespräch zwischen Eurowings, Ufo und Verdi ist gescheitert

16.12.2016 - 12:47 0 Kommentare

Bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings ringen die Gewerkschaften Ufo und Verdi um die Vorherrschaft. Verhandlungen über einheitliche Tarifverträge sind gescheitert.

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. © dpa /Oliver Berg

Der Tarifkonflikt mit dem Kabinenpersonal bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings droht erneut zu eskalieren. Gespräche zwischen dem Unternehmen und den beiden Gewerkschaften Verdi und Ufo sind gescheitert, wie Ufo jetzt mitteilte. Konkrete Pläne für Streiks oder andere Aktionen nannte Ufo zunächst nicht.

Die konkurrierenden Gewerkschaften wollten zusammen mit dem Unternehmen ein Abkommen schließen, das den rund 460 Flugbegleitern bei Eurowings Deutschland einheitliche Tarifverträge ermöglichen sollte.

Gewerkschaften beschuldigen sich gegenseitig

Verdi hatte Anfang Dezember einen Abschluss erreicht, den Ufo scharf kritisiert und als "massive Provokation" bezeichnet hatte. Ufo sei dennoch an einer gemeinsamen Lösung interessiert gewesen, sagte Verhandlungsführerin Sylvia De La Cruz. Das sei nun gescheitert, "da Verdi eine letzte Einigungsempfehlung der anderen Parteien ausgeschlagen hat."

Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies sagte der Mitteilung zufolge: "Leider bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als mit den 'normalen' gewerkschaftlichen Mitteln die Ziele der EW-Mitarbeiter zu verfolgen und mit dem besseren Vertrag auch die Mehrheit der Kabinenmitarbeiter bei Eurowings zu überzeugen".

© dpa, Bernd Thissen Lesen Sie auch: Eurowings einigt sich mit Verdi auf Flugbegleiter-Tarifvertrag

Verdi erklärte, Ufo sei für keinen Vorschlag offen gewesen. "Wir hätten gern gemeinsam ein Ergebnis erreicht, aber das war nicht möglich", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. "Ufo war zu keinerlei Kompromissen bereit."

"Ufo sieht jetzt angesichts des sehr guten Verdi-Abschlusses ihre Felle davon schwimmen und hat deshalb die Eurowings unter Druck gesetzt, die nach langem Ringen erzielte Einigung zwischen Verdi und Eurowings zu unterlaufen - auf Kosten der Beschäftigten", so Behle weiter.

Auch die Eurowings äußert sich

Eurowings betonte, man habe den erfolgreichen Tarifabschluss mit Verdi der Flugbegleitergewerkschaft Ufo eins zu eins angeboten. "Unser Ziel ist die Tarifeinheit für die Flugbegleiter bei Eurowings Deutschland", sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter.

Ufo hatte Ende Oktober bei Eurowings gestreikt. Verdi und Ufo beanspruchen jeweils für sich, bei der Lufthansa-Tochter die stärkere Gewerkschaft zu sein.

Sollten beide Gewerkschaften unterschiedliche Tarifverträge erreichen, könnte Eurowings zu einem ersten Test für das neue Tarifeinheitsgesetz werden. Da nicht klar ist, ob Verdi oder Ufo mehr Mitglieder bei der Fluggesellschaft haben, müsste ein sogenanntes Tarifeinheitsverfahren zur notariellen Klärung in Gang gesetzt werden. Der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern würde dann für alle Kabinenbeschäftigten gelten.

Von: ch, dpa
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