BGH-Urteil

Kein Geld für verspäteten Non-EU-Anschlussflug

15.11.2012 - 10:24 0 Kommentare

Passagiere, deren Anschlussflüge sich außerhalb der EU verspäten, haben keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Reisende müssen dies in den Zielländern juristisch klären.

Auf Feldbetten ruhen sich «gestrandete» Flugpassagiere auf dem Flughafen in Frankfurt am Main aus.  - © © dpa - Boris Roessler

Auf Feldbetten ruhen sich «gestrandete» Flugpassagiere auf dem Flughafen in Frankfurt am Main aus. © dpa /Boris Roessler

Verspätet sich ein Anschlussflug außerhalb der EU haben Flugpassagiere keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Das stellte der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe klar. Er wies damit Reisende nach Brasilien und Thailand ab. (Az: X ZR 12/12 und X ZR 14/12)

Im ersten Fall hatten die Kläger bei der brasilianischen Fluglinie TAM Flüge von Frankfurt am Main nach ins brasilianische Belem gebucht. Beim Umsteigen in São Paulo verspätete sich der Anschlussflug allerdings um acht Stunden. Im zweiten Fall ging die Reise mit Oman Air von Frankfurt über Muskat im Oman nach Bangkok. Auch hier mussten die Fluggäste beim Umsteigen acht Stunden länger als geplant warten.

Mit ihrer Klage verlangten sie daher eine sogenannte Ausgleichszahlung von 600 Euro je Person. Solche Zahlungen stehen den Fluggästen nach EU-Recht zu, wenn sich Flüge erheblich verspäten oder ganz ausfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Flug in der EU startet oder - bei europäischen Fluggesellschaften - landet.

Nach dem Karlsruher Urteil ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, wenn nur ein Anschlussflug außerhalb der EU verspätet ist. In Frankfurt aber seien beide Flieger pünktlich gestartet. Der Anschlussflug sei ein neuer Flug, der nicht mehr den EU-Vorschriften unterliege. Offen ließ der BGH, ob dies ausnahmsweise anders zu sehen ist, wenn beide Flüge unter einer einheitlichen Flugnummer gebucht werden.

Von: AFP
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