Kebekus: Belair wird liquidiert

30.10.2017 - 11:24 0 Kommentare

Air Berlin ist verkauft. Doch für die Tochter Belair ist kein Käufer gefunden worden. In einer internen Mail begründet Generalbevollmächtigter Frank Kebekus die geplatzten Verhandlungen.

Sachwalter der Gläubiger, Lucas Flöther (l-r), Vorstandschef von Air Berlin Thomas Winkelmann und Air Berlins Generalbevollmächtigter Frank Kebekus. - © © dpa - Paul Zinken

Sachwalter der Gläubiger, Lucas Flöther (l-r), Vorstandschef von Air Berlin Thomas Winkelmann und Air Berlins Generalbevollmächtigter Frank Kebekus. © dpa /Paul Zinken

Der Verkauf der Air Berlin ist abgeschlossen. Dies teilte die Airline am Wochenende mit. Doch für die Tochter Belair ist kein Käufer gefunden worden. Dies geht aus einer internen Mail des Generalbevollmächtigten Frank Kebekus an Belair-Verwaltungsratspräsident Christof Zuber hervor. "Aus insolvenzrechtlichen Gründen ist eine Veräußerung der Geschäftsanteile leider nicht möglich", heißt es in dem Schreiben, das airliners.de vorliegt.

Offenbar hat es für die Schweizer Air-Berlin-Tochter aber einen Interessenten gegeben. Geplant war, den Namen Belair wieder aufleben zu lassen und mit einer A320 die Strecke Zürich-Pristina für ein Tourismusunternehmen zu bedienen, so die Nachrichtenagentur dpa. Doch: "Die erheblichen Risiken des Verkäufers konnten bedauerlicherweise nicht aufgelöst werden und werden auch von dem potenziellen Erwerber nicht übernommen", so Kebekus.

220 Mitarbeitern droht der Job-Verlust

Belair werde somit abgewickelt - rund 220 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Eine Insolvenz der Airline sei hingegen nicht gewollt, heißt es. Dies bedeute laut Zuber, dass " Air Berlin der Belair die zur geordneten Stilllegung notwendige Liquidität zur Verfügung stellen wird". Man habe keinen Zweifel daran, dass Air Berlin den Zahlungen nicht nachkommen werde. Es gehe laut Zuber um ausstehende Löhne und Gehälter in Höhe von insgesamt 7,5 Millionen Franken (umgerechnet rund 6,47 Millionen Euro).

Air Berlin: Die Käufer und das Insolvenzverfahren

Den Großteil der insolventen Air Berlin haben sich zwei Konkurrenten geschnappt.

  • Die Lufthansa Group übernimmt für 210 Millionen Euro die beiden Air-Berlin-Töchter LGW und Niki - sowie deren Start- und Landerechte. Air-Berlin-Slots gehören nicht zum Paket. Die aktuell von Air Berlin für Eurowings durchgeführten Flüge sollen zukünftig von LGW durchgeführt werden. Für weitere rund 1,3 Milliarden Euro hat sich der Kranich-Konzern bei den Leasing-Gebern rund 80 Maschinen von Air Berlin gesichert.
  • Billigflieger Easyjet kauft das Angebot von Air-Berlin am Hauptstadtflughafen Tegel. Für 40 Millionen Euro übernimmt der britische Low-Cost-Carrier bestehende Buchungen. 25 Flugzeuge sollen geleast werden und laut Easyjet bis zu 1000 Piloten und Flugbegleiter eingestellt werden.

Beide Deals müssen noch von der EU-Kommission geprüft werden. Damit ist der Verkauf der insolventen Airline abgeschlossen; für den 1. November wird mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gerechnet.

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Das sind die Air-Berlin-Lücken im Flugplan

Belair flog komplett im Auftrag für Air Berlin. Ursprünglich sollte die Airline mit ihren fünf Maschinen komplett in der Touristiktochter Niki aufgehen, die ab dem kommenden Jahr für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings abheben soll.

Die Schweizer Belair ist seit 2009 vollständig im Besitz der Air Berlin. Belair ist ursprünglich aus der Ferienfluglinie des Migros-Reiseveranstalters Hotelplan hervorgegangen.

Von: cs
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