Kassel: Zuversicht bei Flugangebot

19.12.2011 - 09:48 0 Kommentare

Der Chef des neuen Regionalflughafens Kassel-Calden, Jörg Ries, ist zuversichtlich, Flugverbindungen zu beliebten Urlaubszielen für den Standort gewinnen zu können. Ein Selbstläufer werde das allerdings nicht.

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden - © © Flughafen GmbH Kassel -

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden © Flughafen GmbH Kassel

Auf dem neuen Flughafen Kassel-Calden wird es laut dem Geschäftsführer Jörg Ries vom Tag der Eröffnung im Jahr 2013 an Flugverkehr geben. Derzeit sei er mit Reisebüroorganisationen, Reiseveranstaltern und Luftverkehrsgesellschaften im Gespräch. Die Branche halte sich aber noch stark zurück.

«Das ist verständlich», sagte Ries der Nachrichtenagentur dpa. Schließlich könnten unvorhergesehene Ereignisse die Fertigstellung des Airports noch verzögern. Frühestens im kommenden Sommer, wenn die Veranstalter an den Katalogen für 2013 arbeiten, werde sich etwas tun. Das sei aber kein Selbstläufer.

«Nicht alle werden sich auf Calden stürzen. Das wird harte Arbeit. Ich bin aber zu 100 Prozent überzeugt, dass wir vom ersten Tag an Flugverkehr anbieten können», betonte der 67-Jährige. Um den Regionalflughafen für den Charterflug interessant zu machen, lassen die Gesellschafter - Land, Stadt, Landkreis und Gemeinde - eine rund 2500 Meter lange Landebahn und neue Gebäude bauen.

Auf der 220 Hektar großen Baustelle sind die Erdbauarbeiten weitgehend beendet. Für etwa 45 Millionen Euro wurden rund sechs Millionen Kubikmeter Erde bewegt, um die Fläche einzuebnen. Mit fünf Hochbauten ist bereits begonnen worden. Der Neubau des Regionalflughafens ist umstritten.

Bis Ende 2012 soll der Flughafen komplett fertig sein, dann wird noch drei Monate lang der Ablauf geübt, bevor im April der erste Flieger abheben soll. Gut möglich, dass es dann nach Spanien oder in die Türkei geht: «Wir müssen Ziele anbieten, wo die Leute hinwollen», betonte Ries. Die Türkei sei einer der Schwerpunkte. «Ich bin sicher, dass wir da eine Scheibe abkriegen.»

Der Geschäftsführer ging aber davon aus, dass der Flughafen langsam wachsen wird - und die Möglichkeit einer Erweiterung erst einmal nicht genutzt werden muss. «Wir werden nicht gleich ein Großflughafen sein», betonte er. Auf anderen Flughäfen habe es auch erst einen Flug pro Woche gegeben und das habe sich auf einen pro Tag und noch weiter gesteigert. In den Planungen wurden dem Flughafen für das Jahr 2020 rund 640.000 Fluggäste prognostiziert. Derzeit sind es etwa 30.000 pro Jahr.

Ries ging zudem davon aus, dass es von Kassel aus vor allem Reiseverkehr in klassische europäische Urlaubsziele oder nach Ägypten geben werde. Für große Frachtfliegerei seien der Flughafen und die Region nicht ausgelegt. Auch sei Calden keine Alternative für das Nachtflugverbot in Frankfurt.

Bis zur Eröffnung soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit rund 60 auf 170 wachsen. Gebraucht werden vom kommenden Jahr an Feuerwehrleute, Sicherheitskräfte oder Flugzeugabfertiger. «Weil die Feuerwehr nicht immer im Einsatz ist, achte ich darauf, dass jeder Feuerwehrmann auch ein Handwerker ist», sagte Ries. Diese könnten dann auch andere Aufgaben übernehmen.

Und was passiert mit dem alten Flughafen? «Die Hubschrauber bleiben dort», sagte Ries. Zudem wird das nicht mehr benötigte Gelände - immerhin rund 80 Hektar - in ein interkommunales Gewerbegebiet umgewandelt. «Das wird leicht zu vermarkten», sagte Ries. Ein moderner Flughafen sei schließlich direkt nebenan und auch ein Anschluss an das Schienennetz der Bahn sei möglich.  

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Anzeige schalten »