Kassel-Calden: Herabstufung zum Verkehrslandeplatz gefordert

01.11.2016 - 11:39 0 Kommentare

Eine Minderheit der Kasseler Stadtvertreter fordert die Herabstufung des Kassel Airports zum Verkehrslandeplatz. Demnächst soll darüber befunden werden. Es ist nicht der einzige politische Gegenwind für den Flughafen.

Ein Einbahnstraßenschild vor dem Kassel-Airport in Calden. - © © dpa - Uwe Zucchi

Ein Einbahnstraßenschild vor dem Kassel-Airport in Calden. © dpa /Uwe Zucchi

Mit einer Forderung nach Herabstufung des Flughafens Kassel-Calden müssen sich demnächst die Kasseler Stadtvertreter beschäftigen. Am 14. November sollen sie über einen Antrag der Freien Wähler und Piraten entscheiden, den Regionalflughafen in einen Verkehrslandeplatz umzuwandeln. Darüber berichtete jetzt die "HNA".

Die Fraktion Freie Wähler/Piraten hat in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung drei der 74 Sitze inne. Der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) hatte sich erst unlängt klar zum Flughafen bekannt.

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Der 2013 eröffnete Airport ist seit längerem politisch umstritten. Zum einen wegen der Ausbaukosten, die sich mittlerweile auf rund 282 Millionen Euro belaufen. In ersten Planungen wurden rund 151 Millionen Euro veranschlagt.

Zum anderen ist die tatsächliche Auslastung weit von der angestrebten entfernt. Die Grünen im hessischen Landtag befürchteten bereits vor der Eröffnung ein neues "Millionengrab".

Im vergangenen Jahr wurden rund 65.000 Fluggäste gezählt. In der Planungszeit waren dem Flughafen 640.000 Passagiere für das Jahr 2020 prognostiziert worden, mittlerweile geht die aktualisierte Zehnjahresprognose für das Jahr 2024 von nur noch 497.000 Passagieren aus.

Im aktuell laufenden Winterflugplan gibt es am Kassel Airport kein regelmäßiges Flugprogramm. Lediglich Sonder- und Frachtflüge sollen stattfinden. Erst in wenigen Tagen soll es Klarheit über den Sommerflugplan 2017 geben.

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Laut Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen soll der Flughafen Kassel-Calden im nächsten Jahr eingehend auf den Prüfstand kommen. Dabei sollen nicht nur Sparerfolge sondern auch die absehbaren Entwicklungsperspektiven kritisch überprüft werden. Im schlimmsten Fall könnte Kassel-Calden dann das Aus drohen: "Sollte diese Evaluierung nicht zu einem positiven Ergebnis kommen, wird ausdrücklich keine mögliche Maßnahme ausgeschlossen", heißt es im Koalitionsvertrag.

Neben der Gemeinde Calden mit sechs Prozent hält das Land Hessen 68 Prozent der Anteile der Flughafen-Betreibergesellschaft. Je 13 Prozent halten Stadt und Landkreis Kassel.

Von: gk
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