Bis 14. Juli

Kartellamt setzt Air Berlin Frist für Condor-Übernahme

08.07.2008 - 17:15 0 Kommentare

Das Bundeskartellamt hat der Fluggesellschaft Air Berlin eine letzte Frist zur Erläuterung ihrer Pläne für die Übernahme der zu Thomas Cook gehörenden Condor gesetzt. Die Airline müsse bis zum 14. Juli detaillierte Informationen über ihr Vorhaben liefern, sagte Kartellamtssprecherin Silke Kaul am Dienstag in Bonn der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Darüber seien die Anwälte von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft bereits informiert worden.

Hält Air Berlin diese Frist nicht ein, wird das Bundeskartellamt dem Unternehmen den weiteren Angaben Kauls zufolge eine sogenannte Abmahnung senden. Dies sei der erste Hinweis auf eine geplante Untersagung der Fusion, sagte Kaul.

Air Berlin will nach eigenen Angaben die Forderung des Bundeskartellamts erfüllen und sich bis zum 14. Juli zur geplanten Übernahme des Ferienfliegers Condor äußern. Gegenwärtig werde noch mit der Condor-Mutter Thomas Cook gesprochen.

Die im September 2007 bekanntgegebene Fusion steht angesichts der Belastungen für die Luftfahrt durch hohe Kerosinpreise inzwischen ohnehin auf der Kippe. Thomas Cook hatte Ende Juni angekündigt, wegen «der erheblichen Verzögerungen bei der Zulassungsprüfung und des sich verändernden konjunkturellen Umfelds» Alternativen zu prüfen. Air Berlin hatte bestätigt, die bis Februar geplante Mehrheitsübernahme von Condor werde auf den Prüfstand gestellt. Nach der Äußerung des Kartellamts gab die Air-Berlin-Aktie an der Börse nach. Am Nachmittag lag sie um mehr als acht Prozent im Minus bei 3,85 Euro.

Mehrmals hat das Bundeskartellamt in der Vergangenheit bereits die Frist zur Prüfung der geplanten Übernahme des Ferienfliegers Condor durch Air Berlin verlängert. Das Bundeskartellamt hegt wettbewerbsrechtliche Bedenken. Die Behörde hatte sich bereits bei der Bekanntgabe der Pläne der beiden Unternehmen Ende des vergangenen Jahres kritisch geäußert und darauf verwiesen, dass sie Air Berlin die Übernahme der Fluggesellschaft LTU zuvor auch deswegen genehmigt hat, weil mit Condor noch ein wichtiger Wettbewerber am Markt war. Wenn auch Condor in den Air-Berlin-Konzern eingehe, würden sich die Marktgewichte verändern und es entstehe eine ganz andere Situation, warnten die Wettbewerbshüter damals.

Von: ddp, dpa
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