«Kanzler-Jet» in den Iran verkauft

21.11.2011 - 17:24 0 Kommentare

Nach einem Bericht von «Spiegel Online» hat der ukrainische Käufer einen ehemaligen Airbus der Flugbereitschaft an die iranische Mahan Air weiterverkauft. Spekuliert wird nun, ob der A310 künftig als VIP-Flugzeug für die Regierung zum Einsatz kommt.

Airbus A310-300 der Flugbereitschaft der Bundeswehr - © © AirTeamImages.com - Europix

Airbus A310-300 der Flugbereitschaft der Bundeswehr © AirTeamImages.com /Europix

Der ausrangierte Kanzler-Jet «Theodor Heuss» soll in den Iran verkauft worden sein. Die VIP-Maschine, mit der 20 Jahre lang deutsche Regierungschefs, Präsidenten und Minister durch die Weltgeschichte reisten, sei in der vergangenen Woche an die Fluggesellschaft Mahan Air ausgeliefert worden, berichtete «Spiegel Online». Das Flugzeug erhielt die Registrierung EP-VIP. Spekuliert wird nun, ob der Airbus künftig als VIP-Jet für die iranische Regierung zum Einsatz kommt.

Der von der Flugbereitschaft der Bundeswehr ausgemusterte Jet vom Typ A310 war im Juni von der bundeseigenen Verwertungsgesellschaft Vebeg versteigert worden. Eine osteuropäische Investorengruppe zahlte 3,135 Millionen Euro für den Oldtimer, der anschließend nach Kiew ausgeliefert wurde.

Militärische Ausrüstung wie Funkanlagen und Hoheitszeichen wie das Eiserne Kreuz der Bundeswehr oder der Schriftzug «Bundesrepublik Deutschland» wurden entfernt. Durch das schwarz-rot-goldene Band auf weißem Grund blieb der Flieger aber weiterhin als Regierungsjet erkennbar.

Vebeg-Geschäftsführer Uwe Schade weiß nach eigenen Angaben von dem Weiterverkauf nichts. Es sei aber schon zum Zeitpunkt der Versteigerung darüber spekuliert worden, dass die Maschine letztlich im Iran landen könnte, sagte er am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Der Kaufvertrag sei von einer Firma aus Gibraltar unterzeichnet und das Geld aus Deutschland überwiesen worden. Laut Schade lief der Verkauf ordnungsgemäß ab.

Der Bundesregierung dürfte ein Weiterkauf in den Iran trotzdem kaum passen. Der Atomstreit mit Teheran spitzt sich wieder zu und Deutschland hat mit Sanktionen gedroht.

Von der Mahan Air war am Montag keine Stellungnahme zu erhalten. Branchenkenner halten einen Weiterverkauf der Kanzler-Maschine in den Iran für plausibel. «In der Ecke ist der A310 ein extrem beliebtes Flugzeug», sagte ein Experte der dpa. Wartung und Reparatur der Maschinen stellten dort also kein Problem dar. Und es seien nur äußerst wenige Exemplare auf dem Markt zu haben. Das Alter der Maschine dürfte dagegen kaum ein Problem sein. Iranische Airlines sind teilweise mit noch älteren Flugzeugen unterwegs.

Von: dpa
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