Kanadier wollen Airbus und Boeing die (Flug-)Schau stehlen

15.06.2015 - 09:43 0 Kommentare

Es geht um die Show - und es geht ums Geschäft: Heute startet die weltgrößte Luftfahrtmesse Le Bourget in Paris. Neben Boeing und Airbus steht dieses Mal ein heimlicher Star bereit.

Bombardier CSeries CS100 FTV4

Bombardier CSeries CS100 FTV4
© Bombardier Aerospace

Eine CS100 der Swiss steht in Le Bourget.

Eine CS100 der Swiss steht in Le Bourget.
© dpa - Gerd Roth

Cockpit einer CS100

Cockpit einer CS100
© dpa - Gerd Roth

Bombardier CSeries CS300

Bombardier CSeries CS300
© Bombardier

Die Paris Air Show findet alle zwei Jahre in Le Bourget statt.

Die Paris Air Show findet alle zwei Jahre in Le Bourget statt.
© Sunlight Image - Verrier

Regnerische Stimmung am ersten Tag in Le Bourget 2009.

Regnerische Stimmung am ersten Tag in Le Bourget 2009.
© dpa

Besucher der Luftfahrtmesse in Le Bourget gehen 2005 zwischen einer Boeing 777 und einem Airbus A340 hindurch.

Besucher der Luftfahrtmesse in Le Bourget gehen 2005 zwischen einer Boeing 777 und einem Airbus A340 hindurch.
© dpa

Darstellung einer Boeing 787-900 in den Farben der Vietnam Airlines.

Darstellung einer Boeing 787-900 in den Farben der Vietnam Airlines.
© Vietnam Airlines

Empennage einer A350

Empennage einer A350
© airliners.de - Christian Höb

Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und milliardenschwere Aufträge: Bei der Pariser Luftfahrtmesse (15. bis 21. Juni) geht es neben der großen Technikschau vor allem ums Geschäft. Welche Airline bestellt bei Boeing, welche entscheidet sich für Airbus? Traditionell nutzen die beiden größten Flugzeugbauer solche Gelegenheiten, um möglichst hohe Zahlen für umfassende Abschlüsse zu präsentieren.

Doch im Stammsegment der Mittelstreckenklasse müssen sich die Großen auf neue Konkurrenz gefasst machen. Der heimliche Star der Show in Paris könnte mit der C-Serie von Bombardier aus Kanada kommen. Der Flieger feiert seine Messe-Premiere.

Kleinere Maschinen, die öfter fliegen

Eigentlich können sich Airbus und Boeing vor Bestellungen kaum retten. Die Mittelstreckenjets Airbus A320 und Boeing 737 verkaufen sich glänzend. Auch Langstreckenflieger wie der neue Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner" sind stark gefragt.

Doch Riesenflugzeuge wie der doppelstöckige Airbus A380 und Boeings modernisierter Jumbo-Jet 747-8 haben heftige Absatzprobleme. Boeing hat die Fertigung zurückgefahren, Airbus hofft seit fast zwei Jahren auf Neukunden für die A380. Die Giganten lassen sich nur an großen Airports mit Zubringerflügen füllen. Der Trend: öfter fliegen mit kleineren Jets.

Russische und chinesische Firmen drängen auf den Markt

Das boomende Geschäft auf der Kurz- und Mittelstrecke ruft auch andere Flugzeugbauer auf den Plan. Seit Jahren arbeiten der russische Hersteller Irkut und die chinesische Comac an Modellen, die Boeing und Airbus Konkurrenz machen sollen. Bisher waren von der Irkut MS-21 und Comac C919 in Europa allenfalls Modelle zu sehen. Die Chinesen sollen den für 2015 geplanten Erstflug auf nächstes Jahr verschoben haben.

Der Bombardier-Konzern war bisher für kleinere Regionaljets bekannt. Nun soll die C-Serie als Mittelstreckenjet nach dem Erstflug 2013 endlich auf der Air Show in Paris zu sehen sein. 2016 sollen die ersten Exemplare bei der Lufthansa-Tochter Swiss in den Liniendienst gehen. Die größere Version des Jets, die CS300, bietet Platz für bis zu 160 Passagiere - und macht damit der kleineren Version des Airbus A320, der A319, und der Boeing 737 Konkurrenz. Bisher sind Fluggesellschaften noch vorsichtig: Unter Kaufabsichten für gut 600 Maschinen hat Bombardier nur 243 feste Bestellungen.

© Bombardier, Lesen Sie auch: Swiss wird als erste Airline Bombardier CS100 einsetzen

Am Himmel über Paris sollen unter anderem Boeings 787 "Dreamliner" sowie die Airbus-Modelle A380 und A350 ihre Runden drehen. Unklarheit gab es zunächst beim Problemflieger A400M aus der Militärsparte - doch Airbus lässt die Maschine trotz des jüngsten Unglücks starten. Bei der Luftfahrtmesse 2013 war die erste A400M noch nicht ausgeliefert, glänzte aber mit spektakulärer Flugschau. Inzwischen sind nach jahrelangen Verzögerungen mehrere Exemplare ausgeliefert.

Etablierte Raketenbauer bekommen während der Messe Konkurrenz vom Nachwuchs: 300 Jugendliche aus den USA, Großbritannien und Frankreich jagen beim Raketen-Wettbewerb am Messe-Freitag ihre Konstruktionen in die Luft. Die Raketen müssen nicht nur mindestens 230 Meter hoch fliegen, sondern auch ihr Transportgut - zwei rohe Eier - wohlbehalten per Fallschirm zum Boden zurückbringen.

© dpa, EPA/Yoan Valat Lesen Sie auch: Die größte Luftfahrtmesse der Welt

Von: dpa
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