Kampf gegen Fluglärm - CDU wirft Hamburger Senat Untätigkeit vor

25.05.2018 - 12:42 0 Kommentare

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat dem Hamburger Senat Untätigkeit beim Thema Fluglärm vorgeworfen. "Durch die rot-grüne Verweigerungshaltung im Kampf gegen den Fluglärm wird die Akzeptanz des innerstädtischen Großflughafens unnötigerweise weiter geschwächt", erklärte der Verkehrsexperte Dennis Thering. Rekordzahlen bei den Starts und Landungen nach 23 Uhr zeigten deutlich, dass es mit netten Worten nicht mehr getan sei.

Gebäude des Hamburger Flughafens - © © dpa - Daniel Bockwoldt

Gebäude des Hamburger Flughafens © dpa /Daniel Bockwoldt

Laut einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion wurden im Zeitraum Januar bis April 45 Starts und 215 Landungen zwischen 23 und 24 Uhr gezählt. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es ebenfalls 45 späte Starts, aber nur 126 Landungen gewesen. In Hamburg gilt ab 23 Uhr ein Nachtflugverbot, Flugzeuge dürfen aber noch bis 24 Uhr landen oder starten, wenn es dafür unvermeidbare Gründe gibt.

Easyjet droht Gewinnabschöpfung

Anfang März hatte die Umweltbehörde mitgeteilt, dass die Billig-Fluglinie Easyjet aufgefordert worden sei, 468.000 Euro wegen 21 verspäteter Starts nach London und Edinburgh im Jahr 2017 zu zahlen. Die Summe sei die Gewinnabschöpfung für geschätzte Hotelkosten, die der Fluggesellschaft bei einer Verschiebung der Flüge auf den folgenden Morgen entstanden wären, sowie Nachtzuschläge. Gegen den Bescheid hat das Unternehmen Einspruch eingelegt, wie der Senat Ende April auf Anfrage der FDP-Fraktion erklärte.

© AirTeamImages.com, Mehrad Watson Lesen Sie auch: Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

Es seien weitere Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden, hieß es. Zu laufenden Verfahren werde aber keine Auskunft erteilt. Künftig will die Umweltbehörde in solchen Fällen auch noch eine Bearbeitungsgebühr von 500 Euro in Rechnung stellen. Ein Behördensprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht von NDR 90,3.

Von: dpa, br
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Der Wirtschaftsminister von Hessen, Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). Hessen prüft Strafen wegen Ryanair-Verspätungen

    Wegen der zahlreichen Verspätungen am Frankfurter Flughafen gerät Ryanair erneut unter Druck: Hessens Verkehrsminister prüft jetzt Rechtsmittel - die Airline könnte mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden.

    Vom 12.04.2018
  • Passagiere verlassen eine Ryanair-Maschine. Ryanair hat wieder mehr Verspätungen

    Am Frankfurter Flughafen steht Ryanair weiter in der Kritik: Der Billigflieger landet im März wieder häufiger nach 23 Uhr. Die hessische Opposition will nun mehr Druck machen.

    Vom 04.04.2018
  • Flugpassagiere stehen auf dem Flughafen in Stuttgart vor einer Anzeigetafel. Bund befürwortet Reform der Fluggastrechte

    Die Bundesregierung spricht sich im Koalitionsvertrag erstmals klar für eine Neuregelung der EU-Fluggastrechte aus. Doch die Umsetzung wird wohl noch Jahre dauern: In Brüssel gibt es viele Hindernisse.

    Vom 21.03.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus