Medizin-Unternehmer kauft Lübecker Flughafen

13.06.2016 - 17:28 0 Kommentare

Die Hängepartie um den Flughafen Lübeck-Blankensee ist beendet: Der Medizintechnik-Unternehmer Winfried Stöcker kauft den Airport. Mittelfristig will er wieder Linienflüge in Lübeck etablieren.

Deal besiegelt: Winfried Stöcker (li.) ist neuer Besitzer des Airport Lübeck. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) gratuliert. - © © dpa - Daniel Bockwoldt

Deal besiegelt: Winfried Stöcker (li.) ist neuer Besitzer des Airport Lübeck. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) gratuliert. © dpa /Daniel Bockwoldt

Der Lübecker Flughafen Blankensee hat wieder einen neuen Eigentümer. Insolvenzverwalter Klaus Pannen und der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker haben jetzt die Kaufverträge für den krisengeschüttelten Regionalflughafen unterzeichnet. Er sei froh, dass es nach einer langen und schwierigen Zeit gelungen sei, den Lübeck Airport in ein ruhiges Fahrwasser zu führen, sagte Pannen.

Aktuell gibt es in Lübeck keine keine regelmäßigen Flüge. Die Billig-Airline Ryanair war bereits im Juli 2014 aus Lübeck abgezogen. Die ungarische Wizz Air folgte Ende April 2016. Der Flughafen hatte im September 2015 Insolvenz angemeldet. Seither hatte Pannen nach einem Investor mit einem überzeugenden Betriebskonzept gesucht.

Zunächst Geschäftsflieger, später Linienflieger

Die von Stöcker gegründete Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG werde den Betrieb am 1. Juli übernehmen, sagte Pannen. Am Tag zuvor muss sich die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck noch mit der Übernahme befassen. Von ehemals rund 100 Beschäftigten arbeiten derzeit noch etwa 30 am Flughafen.

Stöcker betreibt seit 1987 eine Firma für Labordiagnostika mit weltweit rund 1700 Mitarbeitern, davon 1300 in Deutschland. Hauptsitz der Firma ist Groß Grönau. Der Unternehmer hatte schon 2012 Interesse am Flughafen bekundet. Damals hatte er jedoch einen Betriebskostenzuschuss der Stadt gefordert, so dass er nicht zum Zuge kam. 2014 war er durch ein Interview in die Schlagzeilen geraten, in dem er sich abfällig über Flüchtlinge geäußert haben soll.

Für den Airport ist es der fünfte Betreiberwechsel innerhalb von elf Jahren. Der chinesische Geschäftsmann Chen Yongqiang und sein Vorgänger, der Ägypter Mohamad Rady Amar hatten jeweils nur rund ein Jahr durchgehalten. Immerhin vier Jahre lang war der neuseeländische Infrastrukturkonzern Infratil Mehrheitsgesellschafter beim Flughafen.

© dpa, Carsten Rehder Lesen Sie auch: Die bisherigen Eigentümer des Lübecker Flughafens

Stöcker will den Flughafen zunächst für Geschäftsflieger betreiben, mittelfristig jedoch auch wieder Fluglinien nach Lübeck holen. "Die Region wird in Zukunft attraktiver für Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin. Urlauber erreichen uns ohne lange Strapazen, und wir kommen bequemer in den Süden Deutschlands. Die Destinationen der Länder Europas und der anderen Kontinente rücken in unsere Nähe", sagte er.

Bürgermeister freut sich über regionale Lösung

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) sagte, er freue sich sehr, dass nun eine regionale Lösung gefunden sei. "Ich bin zuversichtlich, dass der Flughafen eine gute Entwicklung nehmen wird. Für eine Stadt und Region unserer touristischen und wirtschaftlichen Bedeutung ist die Erreichbarkeit auch aus der Luft von großer Bedeutung", sagte Saxe.

Die hoch verschuldete Stadt Lübeck hatte in den vergangenen Jahren immer wieder erklärt, es sei nicht Aufgabe einer Kommune, einen Regionalflughafen vorzuhalten. Das sei Sache des Landes. Schleswig-Holsteins Verkehrsministerium hatte diese Forderungen jedoch stets zurückgewiesen.

Von: gk, dpa
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