Jürgen Weber wechselt zu Hapag-Lloyd

02.05.2012 - 16:32 0 Kommentare

Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa, soll neuer Aufsichtsratschef der Reederei Hapag-Lloyd werden. Er folgt damit auf Michael Frenzel. Nachfolger von Weber soll trotz der jüngsten Kritik weiterhin Wolfgang Mayrhuber werden.

Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa - © © Lufthansa -

Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa © Lufthansa

Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Traditionsreederei Hapag-Lloyd werden. Diesen Vorschlag gaben Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Hapag-Lloyd-Vorstandschef Michael Behrendt am Mittwoch im Hamburger Rathaus bekannt. Weber soll an der Spitze des Kontrollgremiums auf Tui-Chef Michael Frenzel folgen, der im Juni ausscheidet. Die Stadt Hamburg ist mittelbar größter Anteilseigner der Reederei und hat das Vorschlagsrecht für das frei werdende Mandat. Weber leitet seit 2003 bereits den Aufsichtsrat der Lufthansa, deren Vorstand er zuvor rund zwölf Jahre lang geführt hatte.

Weber sagte, er habe erst vor einer Woche das Angebot erhalten und fast spontan zugesagt. Seine Bedingung sei gewesen, Sachentscheidungen ohne Einflussnahme der Anteilseigner treffen zu können. Das sei ihm von allen Seiten zugesagt worden. Webers Amtszeit soll insgesamt drei Jahre dauern. Bürgermeister Scholz sagte, Weber sei seine erste Wahl für den Posten gewesen. Er habe eine lange Verbindung zur Stadt, zum Unternehmen und eine hohe Logistik-Kompetenz.

Bei der Kranich-Airline sieht Weber weiterhin Ex-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber als seinen Nachfolger an der Spitze des Kontrollgremiums. "Mayrhuber ist mein Wunschkandidat, daran hat sich überhaupt nichts geändert", sagte Weber, der bis 2013 amtiert, der "Börsen-Zeitung" (Dienstag). Der "Spiegel" hatte berichtet, im Aufsichtsrat der Lufthansa wachse der Widerstand gegen Mayrhuber. Mehrere Mitglieder würden einen Gegensatz zwischen dem aktuellen Sparkurs und der Linie Mayrhubers bis zu seinem Abschied als Lufthansa-Chef Ende 2010 sehen. Hohe Kerosinpreise und starke Konkurrenz aus Asien und vom arabischen Golf zwingen Europas größte Airline derzeit zu einem Sparkurs, Details etwa zu einem möglichen Stellenabbau stehen jedoch noch nicht fest.

Weber betonte, bei der Lufthansa werde Kontinuität in den Führungsfunktionen groß geschrieben. Zugleich nannte er die aktuellen Bedingungen für die Airline schwierig. "Wir haben keine Chaostage und machen auch keine Irrflüge bei der Lufthansa, aber die Situation ist kritisch." Die vom Vorstand beschlossene Ergebnisverbesserung um 1,5 Milliarden Euro sei "ein ambitioniertes, aber notwendiges Ziel", sagte Weber der Zeitung. Die dringend notwendige Flottenerneuerung müsse ohne zusätzliche hohe Schulden gestemmt werden. Sollte das Sparprogramm nicht wie geplant umgesetzt werden können, seien sich Vorstand und Aufsichtsrat darin einig, dass dann Flugzeuge abbestellt werden müssten, meinte Weber.

Von: dapd, dpa, dpa-AFX
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