Joachim Hunold weist Veruntreuungsvorwürfe zurück

23.10.2017 - 11:49 0 Kommentare

Ex-Air-Berlin-Chef Hunold hat Untreuevorwürfe zurückgewiesen. Der Manager steht im Verdacht, Firmengelder veruntreut zu haben. Derweil gibt es auch Vorwürfe gegen Thomas Winkelmann.

Air-Berlin-CEO Joachim Hunold auf der Pressekonferenz zum Jahresergebnis 2009 - © © dpa, B. Pedersen -

Air-Berlin-CEO Joachim Hunold auf der Pressekonferenz zum Jahresergebnis 2009 © dpa, B. Pedersen

Der Unternehmer Joachim Hunold hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach er in seiner Zeit als Chef von Air Berlin Firmengelder verschwendet und veruntreut haben soll. "Die Unterstellungen entbehren jeglicher Grundlage", teilte Hunolds Anwalt Christian Schertz am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es gab auch nie irgendwie geartete Beanstandungen, geschweige denn ein Ermittlungsverfahren."

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" steht der Air-Berlin-Gründer im Verdacht, Firmengelder veruntreut zu haben. Anfang 2012 habe der damalige Vorstandsvorsitzende von Air Berlin, Hartmut Mehdorn, die Interne Revision damit beauftragt, Abrechnungen seines Vorgängers Hunold zu überprüfen, berichtete die Sonntagszeitung.

Im Anschluss daran hätten Fachleute des Unternehmens Price Waterhouse Coopers (PwC) die Vorwürfe geprüft und ein Zwischengutachten mit dem Titel "Mögliche strafbare Handlungen des ehemaligen Chief Executive Officers Joachim Hunold" erstellt. Darin bestätigten sie dem Bericht zufolge Hinweise, "dass Joachim Hunold zu privaten Zwecken pflichtwidrig das Gesellschaftsvermögen schädigte, indem er auf Kosten der Gesellschaft mit Geschäftsreiseflugzeugen zu privaten Zwecken flog".

Nach seinem Ausscheiden bei Air Berlin habe Mehdorn dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Joachim Körber das Zwischengutachten geschickt. In einem Brief vom 10. Januar 2013 habe Mehdorn geschrieben, er überlasse es Körber, den Vorgang weiter zu verfolgen. Dies geschah aber nicht.

Auf Anfrage der "BamS" hatten sich Hunold, Mehdorn und Körber nicht äußern wollen. Ein Air-Berlin-Sprecher sagte der Zeitung: "Vorgänge der Vergangenheit werden im Zuge des Insolvenzverfahrens aufgearbeitet." Die krisengeplante Fluggesellschaft hatte Mitte August Insolvenz anmelden müssen. Zahlreichen Beschäftigen droht der Jobverlust, zehntausende gebuchte Tickets sind verfallen.

Derweil hat der unterlegene Investor im Air-Berlin-Bieterverfahren Utz Claassen Strafanzeige gegen den amtierenden Air-Berlin-Chef und ehemaligen Lufthansa-Manaher Thomas Winkelmann gestellt. Claassen glaubt an abgekartetes Spiel beim Insolvenzverfahren der Fluglinie. Es geht um den Verdacht der Untreue, schreibt die HAZ.

Von: dpa, AFP
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