Jeder vierte Flug bei Swiss in diesem Sommer verspätet

20.09.2018 - 10:44 0 Kommentare

Swiss räumt ein, dass in diesem Sommer jeder vierte Flug zu spät war. Verantwortlich dafür sind laut der Lufthansa-Airline vor allem die Flugsicherungen. Der "Single European Sky" stehe "immer noch am Anfang".

Arbeiten an einer Swiss-Maschine. - © © Swiss -

Arbeiten an einer Swiss-Maschine. © Swiss

Swiss hat in diesem Sommer unter massiven Verspätungen gelitten. Jeder vierte Flug der Kranich-Tochter wies eine Verspätung von mindestens 16 Minuten auf. Die Zahl geht aus der neuesten Ausgabe des Politikbriefs "Aeropolitics" der Schweizer Airline hervor.

In diesem Sommer sei die "Geduld der Fluggäste arg gefordert" gewesen, konstatiert die Airline. Die Kosten für die Betreuung von Verspätungen betroffenen Passagieren hätten sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. "Eingerechnet sind weder Ausgleichzahlungen, noch der Reputationsschaden für Swiss."

Koordinierten Lösungsansatz gefordert

Die Faktoren, die in diesem Sommer für die Verspätungen verantwortlich waren, seien "vor allem exogene Faktoren außerhalb der Kontrolle der Flughäfen oder Fluggesellschaften" gewesen. So seien neben der Häufung sommerlicher Gewitter "mit Abstand die strukturellen Probleme bei diversen Flugsicherungen in Europa die wichtigsten Ursachen für Verspätungen". Hinzu kämen fehlende personelle Ressourcen bei Flugsicherungen in Nachbarstaaten der Schweiz.

Denn, so unterstreicht der Chef der Schweizer Flugsicherung Skyguide, Alex Bristol: Die Aviatik ist ein inter-nationales System, dessen Steuerung nicht auf einen einzigen Bereich beschränkt werden kann." Lösungen für die gegenwärtigen Herausforderungen verlangten daher einen koordinierten Ansatz.

Nach einer Dekade ohne nennens- wertes Wachstum nimmt der Flugverkehr nun wieder stark zu, sodass die Industrie heute an Kapazitätsgrenzen stösst.

Alex Bristol, CEO Skyguide

Swiss betont zudem, dass der Sommer zeige, dass man beim Projekt "Single European Sky" "nach Jahren immer noch am Anfang" stehe. Nationale und gewerkschaftliche Interessen würden eine "optimierte Nutzung des Luftraums über Europa" ausbremsen: "Handeln ist dringend nötig, denn Experten von Eurocontrol warnen, dass das heutige Flugsicherungssystem mittel- bis langfristig nicht in der Lage sein wird, das antizipierte Wachstum von drei Prozent pro Jahr zu verdauen."

© dpa, Ingo Wagner Lesen Sie auch: Kaum Fortschritte beim Single European Sky Aviation Management

Von: cs, br
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