Anzeigetafel an einem Check-In-Counter in Tokio-Narita © dpa
Der Vorstand der hoch verschuldeten Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) hat am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt. Das berichteten japanische Medien. Der Schritt war seit Tagen erwartet worden. Vorgesehen ist, dass die einstige Staats- Airline nach dem Muster des US-Autoriesen General Motors mit Mitteln einer staatlichen Sanierungsgesellschaft radikal umstrukturiert wird. Nur dank milliardenschwerer Notkredite kann sich die 1987 privatisierte Fluggesellschaft noch in der Luft halten.
Damit lässt die seit vier Monaten amtierende Regierung von Ministerpräsident Yukio Hatoyama erstmals ein großes Traditionsunternehmen außerhalb des Finanzsektors bankrott gehen. Laut Medien soll im Zuge der staatlich gelenkten Insolvenz rund ein Drittel der Belegschaft abgebaut werden. Den Flugbetrieb soll die Airline aber auch in der Insolvenz aufrecht erhalten, wie die japanische Regierung in den vergangenen Tagen wiederholt betont hatte.
Rückkehr in die schwarzen Zahlen bis 2012 anvisiert
Die staatliche Sanierungsgesellschaft Enterprise Turnaround Initiative Corp (Etic) sagte ihre Unterstützung bei der Umstrukturierung der größten Airline Asiens zu, wie JAL bekannt gab. Der staatliche Umstrukturierungsplan sieht eine Kreditlinie über 600 Milliarden Yen (4,6 Mrd. Euro) vor. Zudem will Etic 300 Milliarden Yen in JAL investieren und rund 15.600 Stellen bei der Airline streichen. Der Schritt bedeute "nicht das Ende, sondern einen Neustart" des Unternehmens, erklärte Verkehrsminister Seiji Maehara.
Die Verbindlichkeiten der Airline beliefen sich zum 30. September auf 2,32 Billionen Yen. Die Gläubiger, darunter die Mizuho Corporate Bank und die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, sollen nun JAL Schulden in Höhe von 730 Milliarden Yen erlassen, hieß es. JAL solle im Geschäftsjahr 2012, das bis 31. März 2013 läuft, wieder profitabel werden.
Unterdessen gab der Konzern den Rücktritt von Präsident Haruka Nishimatsu bekannt. Nachfolger wird der Gründer des Technologiekonzerns Kyocera, Kazuo Inamori (77).
Nach Bekanntgabe der JAL-Insolvenz teilte die Börse in Tokio mit, der Handel mit den Aktien des Unternehmens werde innerhalb des nächsten Monats gestoppt.
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