Streckenstreichungen und Stellenabbau

JAL präsentiert Sanierungsplan

31.08.2010 - 15:04 0 Kommentare

Mit mehr als zwei Monaten Verspätung hat die insolvente Japan Airlines (JAL) am Dienstag ihren Sanierungsplan vorgestellt. So soll die Belegschaft um ein Drittel gekürzt werden. Aus dem Flugplan werden 49 Routen gestrichen. Über 100 Flugzeuge sollen stillgelegt werden

JAL Boeing 767-300 in Tokio-Narita - © © AirTeamImages.com -

JAL Boeing 767-300 in Tokio-Narita © AirTeamImages.com

Die insolvente japanische Fluglinie Japan Airlines (JAL) will bei ihrem Versuch, wieder einen Gewinn zu erzielen, die Flotte ausdünnen und Strecken streichen. 103 Jets sollen aussortiert werden - darunter alle Boeing 747-400, alle Airbus A300-600 sowie alle MD-80/90. Die Anzahl der Flugzeugmuster in der JAL-Flotte sinkt damit von sieben auf vier Typen. Außerdem sollen zehn internationale und 39 Inlandsstrecken vom Flugplan verschwinden, teilte das Unternehmen am Dienstag in einem Schreiben an ein Gericht in Tokio mit.

Rund 16.000 der derzeit 48.000 Stellen sollen bis März 2011 gestrichen werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Betroffen sind demnach unter anderem Angestellte einer Tochterfirma, die verkauft werden soll. Zudem sollen Mitarbeiter in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden. JAL trennt sich unter anderem von Hotels und Logistikfirmen. JAL denkt zudem über die Gründung einer Billig-Fluglinie nach. Eine Wiederaufnahme an die Börse bis 2013 sei außerdem ein Thema.

Mithilfe der Sanierungsanstrengungen will die JAL bis zum Frühjahr 2013 auf eine operative Marge von 9,2 Prozent kommen. Die Fluggesellschaft schulterte bis Ende März noch Schulden in Höhe von 959 Milliarden Yen (8,9 Mrd Eur). "Der Misserfolg der JAL hat Aktionären und Finanzinstituten eine Menge Ärger eingebracht", sagte Unternehmenschef Kazuo Inamori bei einer Pressekonferenz in Tokio. Nun starte die JAL aber neu durch.

Die Fluggesellschaft war wegen eines schwachen Passagieraufkommens vor allem auf internationalen Strecken in die Insolvenz gerutscht und muss sich daher nun einem radikalen Umbau unterziehen. Hintergrund der forcierten Sparpläne war, dass die Geldgeber der JAL den Zusammenbruch der bislang größten Airline Asiens befürchteten.

Von: dpa-AFX, AFP
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