Abgesenkte Fluggebühren belasten die DFS

25.04.2017 - 14:07 0 Kommentare

Wegen einer Gebührensenkung Anfang 2016 geht der Jahresgewinn der Deutschen Flugsicherung um rund ein Drittel zurück. Gleichzeitig zeigen die nun vorgelegten Zahlen für 2016 auch: Der angekündigte Personalabbau ist beinahe abgeschlossen.

Ein Schild mit dem Schriftzug der Deutschen Flugsicherung vor dem Eingang der DFS in Langen.  - © © dpa - Christoph Schmidt

Ein Schild mit dem Schriftzug der Deutschen Flugsicherung vor dem Eingang der DFS in Langen. © dpa /Christoph Schmidt

Die Deutsche Flugsicherung zieht eine gemischte Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr, das am 31. März endete. Die Umsatzerlöse sanken um gut 3,5 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn sank ebenfalls auf 86,6 Millionen Euro. Dies ist ein Minus von knapp 30 Prozent. Laut Mitteilung lag dies an den Anfang 2016 abgesenkten Fluggebühren.

Im Januar dieses Jahres hatte die bundeseigene DFS das zweite Jahr in Serie die Flugsicherungsgebühren gesenkt. An den 16 internationalen Airports fielen die Lotsengebühren für An- und Abflug um 18 Prozent, auf der Strecke wurde es 16 Prozent billiger. Der Flug einer A320 von Hamburg nach München kostet seit Januar 2017 noch 641,05 Euro Gebühren nach 768,22 Euro im Vorjahr. Pro Passagier ergibt das 3,82 Euro (2016: 4,60 Euro). Der Bund hatte die neue Gebührensenkung mit einer Millionen-Finanzspritze für die DFS ermöglicht.

Steigenden Umsatz prognostiziert

Für das laufende Jahr rechnet die DFS dennoch mit einem steigenden Umsatz. Unternehmenschef Klaus-Dieter Scheurle nannte 1,6 Milliarden Euro als Zielwert. Aus den vorliegenden Daten wird zudem ersichtlich, dass der 2013 beschlossene Personalabbau bereits zwei Jahre früher als geplant zu Ende sein könnte.

Die Zahl der Mitarbeiter ist weiter auf unter 5500 gesunken. Das Ziel ist es, bis 2019 von damals 6000 Mitarbeitern rund 600 abzubauen. Gleichzeitig sind auch die Personalkosten allein im vergangenen Jahr um rund 1,4 Prozent im Vergleich zu 2015 gesunken. Die DFS will bis 2019 die jährlichen Gesamtkosten um knapp zehn Prozent im Vergleich zu 2012 kürzen.

Verkehrsaufkommen knapp an neuem Rekord vorbei

Die Zahl der Flugbewegungen im deutschen Luftraum lag im vergangenen Jahr erneut über der Drei-Millionen-Marke. Die DFS zählte 2016 rund 3,11 Millionen Flüge nach Instrumentenflugregeln. Dies sei ein Wachstum von rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Airport-Verband ADV sprach im Januar von rund 2,06 Millionen Flugbewegungen an seinen Flughäfen 2016. Laut DFS sei insbesondere ist die Zahl der Überflüge im vergangenen Jahr gestiegen.

Aufteilung der Flugbewegungen 2016
Angaben in Prozent
Überflüge 38
Einflüge 25.80
Ausflüge 25.7
Innerdeutsche Flüge 10.5

Quelle: Deutsche Flugsicherung

Im ersten Quartal 2017 konnte mit gut 685.000 Flugbewegungen ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht werden. Für das Gesamtjahr rechnet die DFS mit insgesamt 3,22 Millionen kontrollierten Flügen im deutschen Luftraum. Dies wäre laut Scheurle ein neuer Rekord. Der bisherige Rekord wurde 2008 mit rund 3,15 Millionen Flügen aufgestellt.

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Schild eines Kontrolleurs am Flughafen. Ein Airport, eine Aufgabe, fünf Unternehmen

    Das Chaos um die Fluggastkontrollen am Flughafen Düsseldorf offenbart ein grundlegendes Problem: Die Bundespolizei regelt die Luftsicherheit, nicht die Flughäfen. Am NRW-Airport sind aktuell fünf Firmen im Einsatz - nicht nur aus Deutschland.

    Vom 21.09.2017
  • Plakate von CDU und SPD im Bundestagswahlkampf 2017 Das sagen die Parteien zum Luftverkehr

    Bundestagswahl Der Wahlkampf wird nicht von der Luftverkehrspolitik bestimmt. Aber das Thema kommt in den Wahlprogrammen aller großen Parteien vor. Die Positionen könnten dazu nicht unterschiedlicher sein. Ein Überblick.

    Vom 22.09.2017
  • Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gibt eine Erklärung zum Absturz der Germanwings-Maschine ab. Dobrindt bekundet erneut Tegel-Sympathie

    Noch vier Tage bis zur Wahl: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) widerspricht erneut der Meinung BER-Gesellschafter zur Zukunft des Cityairports Tegel. In der damaligen Planung sieht er eine Fehleinschätzung.

    Vom 20.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus