Lufthansa hat kein Interesse an Alitalia

27.04.2017 - 13:41 0 Kommentare

Alitalia steht kurz vor der Pleite. Die italienische Regierung will die Airline verkaufen - und hat auch Lufthansa ins Spiel gebracht. Doch die hat kein Interesse, sagt Finanzvorstand Ulrik Svensson.

Der Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG, Ulrik Svensson - © © dpa - Sven Hoppe

Der Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG, Ulrik Svensson © dpa /Sven Hoppe

Die Lufthansa hat kein Interesse an einer Übernahme der maroden italienischen Fluggesellschaft Alitalia. "Wir sind nicht da, um Alitalia zu kaufen", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson jetzt in einer Telefonkonferenz, nachdem er zunächst einen Kommentar zu dem Thema abgelehnt hatte.

Nach dem gescheiterten Rettungsversuch der italienischen Fluggesellschaft Alitalia hatte die Regierung in Rom andere Airlines wie Lufthansa ermuntert, ein Angebot zu machen. "Das Unternehmen wird an den besten Bieter verkauft", sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Zeitung "La Stampa".

Auf die Frage, ob etwas gegen eine Übernahme durch die Lufthansa spreche, sagte er: "Es gibt keine Einwände, aber die Entscheidung liegt bei den Anteilseignern." Eine Verstaatlichung der ehemaligen Staatslinie schloss der Minister aus.

Mancher glaubt, es wird die x-te Rettung durch den Staat geben. Dazu sage ich klar: Es wird keine geben.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio

Wirtschaftsminister Carlo Calenda stellte einen Brückenkredit für sechs Monate in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro in Aussicht, bis ein Käufer gefunden sei. Ein Sonderverwalter müsse den Erhalt des Unternehmens sicherstellen "und dann einen Käufer finden, der (Alitalia) managen kann", so Calenda bei Radio24. Um den Übergangskredit werde man sich bei der EU-Kommission bemühen, sagte er in einem anderen Interview.

Flugbetrieb bleibt zunächst erhalten

Alitalia ist seit Jahren in Schwierigkeiten und steht erneut kurz vor der Pleite. Diese Woche hatten die Mitarbeiter einen Sanierungsplan, der drastische Sparmaßnahmen beinhaltet, in einem Referendum abgelehnt.

Das Unternehmen hat weltweit rund 12.500 Mitarbeiter. Der Flugbetrieb soll laut Alitalia zunächst wie gehabt weitergehen. Mit Abstand größter Aktionär bei Alitalia ist die arabische Airline Etihad, die auch etwa ein Drittel der Anteile an Air Berlin besitzt.

© dpa, Soeren Stache Lesen Sie auch: Lage von Alitalia ist nicht mit der von Air Berlin vergleichbar

Von: ch, dpa
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