Intro Aviation übernimmt Corsair-Mehrheit von Tui

18.03.2019 - 15:31 0 Kommentare

Tui verkauft die defizitäre Corsair an die deutsche Intro-Aviation. Der Deal war schon lange geplant. Der deutsche Airline-Investor verfolgt große Ziele mit der Langstrecken-Airline.

Eine Boeing 747-400 der Corsair. - © © AirTeamImages.com - Valentin Chesneau

Eine Boeing 747-400 der Corsair. © AirTeamImages.com /Valentin Chesneau

Der Reisekonzern Tui hat einen Käufer für seine französische Fluglinie Corsair gefunden. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Intro Aviation übernehme in einem ersten Schritt 53 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, teilte Tui mit.

Der Vereinbarung zufolge bleibt Tui im Zuge des Verkaufs zunächst mit 27 Prozent an Corsair beteiligt. Der Treuhandfonds der Corsair-Mitarbeiter behält 20 Prozent. Zum Kaufpreis machte der Konzern keine Angaben.

Nach Ansicht von Tui-Chef Fritz Joussen passt Corsair nicht zum Konzern, da sie nur schwer Synergien mit den anderen Tui-Geschäftsbereichen erzielen kann - auch nicht mit den restlichen Ferienfluglinien der Tui. Corsair ist eine französische Langstrecken-Airline und gehört seit Anfang des Jahrtausends zum Tui-Konzern.

Intro schon länger interessiert

Dass Intro Aviation die Airline übernehmen will, ist schon seit längerem bekannt. Bereits im Oktober bestätigten beide Seiten gegenüber airliners.de, dass Vertragsverhandlungen stattfinden. Damals rechnete Intro-Chef Peter Oncken noch damit, dass die Verträge bis Ende des Jahres unterschrieben sein würden. Allerdings wollte Intro die Corsair damals noch zusammen mit der US-Investmentgesellschaft Crestline übernehmen.

Knackpunkt bei den Verhandlungen waren damals laut Tui die Zustimmung der französischen Gewerkschaften. Eigentlich wollten die Gewerkschaften bis Mitte Januar entschieden haben, ob sie bei der Übernahme mitgehen. Den Mitarbeitern soll Intro zwischenzeitlich eine Garantie für die bisherige Bezahlung und die bestehenden Tarifverträge gegeben haben. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei wegen der Expansionspläne ohnehin nicht zu befürchten.

Langstreckenflotte soll wachsen

Derzeit betreibt die Airline sieben Jets, drei Boeing 747 und je zwei A330-300 und -200. Anfang Dezember berichtete die Zeitung "La Tribune", dass Intro nach dem Kauf der Airline die Flotte verdoppeln und künftig ausschließlich auf Maschinen vom Typ Airbus A330 Neo setzen wolle.

© AirTeamImages.com, Paul Marais-Hayer Lesen Sie auch: Intro hat wohl große Pläne für Corsair

Gegenüber aero.de sagte Oncken noch im Dezember, dass er Corsair ein stückweit wie die LTU sehe – ihrerzeit eine „gesunde Mischung aus Leisure- und Premium-Carrier“.

Tuifly will Corsair schon länger verkaufen

Corsair steht für den weltgrößten Reisekonzern Tui bereits seit Jahren zur Disposition. Da sie nicht im touristischen Kerngeschäft von Tui unterwegs ist, wurde sie auch nicht in den gegründeten Tui-Aviation-Verbund der Konzern-Airlines aufgenommen und hat nach wie vor einen eigenen Markenauftritt. 2015 war bereits ein Verkauf an die französische Groupe Dubreuil geplant, der jedoch am Widerstand der Mitarbeiter scheiterte.

Corsair ist für Intro aktuell nicht das einzige Airline-Projekt. Mit "Aero_K" baut die deutsche Airline-Beteiligungsgesellschaft seit einigen Jahren in Korea an einem Billigflieger.

Von: dpa, br
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