Interview

Fünf Fragen an Fraport-Chef Stefan Schulte

11.12.2015 - 16:09 0 Kommentare

Wie lief das Jahr 2015 aus Sicht der deutschen Flughafen- und Airline-Chefs? Das wollte airliners.de wissen. Die Serie "Fünf Fragen an" startet mit den Antworten des Frankfurter Flughafenchefs.

Fraport-Chef Stefan Schulte - © © dpa - Boris Roessler

Fraport-Chef Stefan Schulte © dpa /Boris Roessler

Anlässlich des Jahreswechsels wollte airliners.de von deutschen Flughafen- und Airline-Chefs unter anderem wissen, wie das Jahr 2015 aus ihrer Sicht gelaufen ist. Die Antworten veröffentlichen wir in den kommenden Tagen unter der Rubrik "Fünf Fragen an...". Die Serie startet mit dem Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte. Alle Interviews dieser Reihe werden auf unserer Themenseite gesammelt.

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Stefan Schulte: Im vergangenen Frühjahr fiel die endgültige Entscheidung zum Bau von Terminal 3. Im Oktober folgte der erste Spatenstich. Beide Ereignisse markierten wichtige Meilensteine in der Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Flughafens Frankfurt als internationalem Hub. Dies gilt auch für die digitalen Handelsplattformen, die wir für unsere Kunden entwickelt haben. Im internationalen Geschäft haben wir einen großen Schritt vorwärts Richtung Betrieb der 14 regionalen Flughäfen in Griechenland geschafft.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Schulte: Die Brutalität und Kaltblütigkeit der Anschläge von Paris erschüttern mich ebenso wie der Absturz von Germanwings-Flug 4U9525. Unsere Gedanken sind bei den vielen Verstorbenen und unser Mitgefühl gilt den hinterbliebenen Angehörigen.

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Airport?
Schulte: Der Fraport-Konzern hat sich im ausgehenden Jahr gut entwickelt. Die Passagierzahlen an unserem Heimatstandort Frankfurt werden selbst angesichts zahlreicher Streiks in etwa um drei Prozent steigen. Im Vorjahresvergleich wird das Ergebnis deutlich besser ausfallen. Wichtige Projekte im In- und Ausland sind auf den Weg gebracht.

Fraport und Frankfurt

Stefan Schulte kam 2003 zur Fraport AG, seit 2009 ist der 55-Jährige Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Fraport ist weltweit an Flughäfen beteiligt und betreibt auch Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt. 2014 wurden an diesem Airport rund 60 Millionen Passagiere abgefertigt.

Blick auf den Flughafen Frankfurt. Foto: © airliners.de, Gunnar Kruse

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Schulte: Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft dürften kaum besser werden. Die Luftverkehrsabgabe wirkt unverändert wettbewerbsverzerrend. Die geopolitischen Risiken und Krisenherde belasten insbesondere einzelne touristische Destinationen. Andererseits erwarten wir eine weiterhin hohe Konsumneigung und Präferenz für Flugreisen. Flexibilität wird also auch 2016 gefordert sein. Gleichzeitig werden wir unverändert stark in die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Produkts und unserer Services investieren, so auch durch einen Ausbau der digitalen Informationsangebote und Aufbau einer Online-Shopping-Plattform.

Was würden Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche wünschen?
Schulte: Im Interesse nachhaltiger internationaler Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland und der deutschen Luftfahrtbranche ist eine klare Luftverkehrsstrategie der Politik erforderlich. Das zu erarbeitende Luftverkehrskonzept der Bundesregierung bietet hierzu den Rahmen.

Von: airliners.de
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