Interne Lufthansa-Kommission entlastet Ufo-Chef Baublies

11.03.2019 - 18:20 0 Kommentare

Der Lufthansa-Konzern fordert von der Kabinengewerkschaft Ufo über 800.000 Euro. Allein Ufo-Vorstand Nicoley Baublies soll rund 200.000 Euro Gehalt zurückzahlen. Die internen Untersuchungen der Lufthansa entlasten den Ufo-Chef nun aber.

Nicoley Baublies - © © dpa - Boris Roessler

Nicoley Baublies © dpa /Boris Roessler

Nicoley Baublies, Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, könnte um eine geforderte Gehaltsrückzahlung an seine Arbeitgeberin Lufthansa herumkommen. Laut einem Bericht von "Spiegel Online" habe ein interner Prüfbericht des Kranichs lediglich "Schlamperei" festgestellt und keinerlei Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden.

Lufthansa fordert seit Anfang Dezember von der Ufo die Rückzahlung von rund 870.000 Euro, darunter 200.000 Euro Baublies-Gehalt. Das Gehalt werde zurückgefordert, da der Ufo-Chef zwischen 2015 und 2018 eine monatliche Vergütung bekommen habe, ohne jedoch dafür seiner vertraglichen Arbeitspflicht nachgekommen zu sein, so die damalige Argumentation der Lufthansa.

Lufthansa bestätigte gegenüber airliners.de, dass Erkenntnisse aus der Untersuchung nun vorliegen würden. Zu Details, die die persönlichen Belange einzelner Mitarbeiter betreffen, wolle sich der Konzern nicht äußern.

Baublies betonte im Gespräch mit airliners.de, dass er für die Zeit der Verhandlungen in Absprache mit der Personalabteilung und der Crewplanung freigestellt war, ähnlich einem Betriebsratsmitglied.

Baublies Fluglizenz erloschen

Jetzt schreibt "Spiegel Online", Lufthansa hätte Baublies zu Beginn der Tarifverhandlungen im Jahr 2015 noch in den Dienstplänen berücksichtigt, jedoch durch die sich schwieriger gestalteten Verhandlungen irgendwann auf seinen Einsatz verzichtet.

Baublies selbst hatte sich im Jahr 2016 um Einsätze bemüht, sofern sie mit den Tarifverhandlungen in Einklang zu bringen waren, belegen auch Dokumente, die airliners.de vorliegen. Sein Wiedereinstieg wurde dann laut Spiegel-Interpretation der Untersuchungen "verschleppt" - mit dem Ergebnis, dass dadurch seine Fluglizenz erlosch.

Dass die Lufthansa jetzt gegenüber dem Spiegel Ergebnisse der Kommission mitteilt, überrascht den Ufo-Chef. Persönlich habe er das das letzte Mal Anfang Januar mit der Lufthansa über die Forderungen gegen ihn persönlich gesprochen.

Freistellungen

Verhandlungstätigkeiten von Ufo werden bei Lufthansa auf zwei Arten abgerechnet:

  1. Betreffen Freistellungstage von Ufo konkret Verhandlungen mit Lufthansa, werden diese gemäß Paragraf 15 des Manteltarifvertrags auch vom Konzern getragen.
  2. Betreffen Freistellungstage hingegen andere Ufo-Themen (inklusive Vorstandssitzungen und Tarifverhandlungen beispielsweise bei Ryanair und Eurowings), wird der Dienstausfall der Gewerkschaft in Rechnung gestellt.

Gerichtliche Auseinandersetzung läuft

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte Anfang Februar Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen Verantwortliche der Spartengewerkschaft aufgenommen. Anfang März hatte der Konzern der Gewerkschaft per anwaltlichem Schreiben mitteilen lassen, dass die Einigungsversuche derzeit als nicht zielführend erscheinen und man daher zur Klärung des Sachverhalts das Arbeitsgericht Frankfurt um einen Termin beim gebeten habe. Gleichzeitig wollte man sich weiteren Einigungsversuchen im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens nicht verschließen.

Neben der Rückerstattung des Gehalts von Herrn Baublies fordert der Lufthansa-Konzern auch das Gehalt vom Leiter der Ufo-Tarifabteilung, Daniel Flohr, zurück. Dabei soll es sich um eine Rückzahlung von rund 50.000 Euro handeln. Neben den Forderungen gegenüber den einzelnen Mitgliedern will der Lufthansa-Konzern von der Gewerkschaft zusätzlich über 525.000 Euro für die Freistellungen von Baublies und Flohr für die Zeit von Januar 2015 bis November 2018 zurück. Weitere 86.700 Euro soll die Ufo für die Freistellung von Ex-Chef Alexander Behrens bezahlen. Addiert man alle Forderungen, fordert Lufthansa rund 861.000 Euro von der Flugbegleitergewerkschaft.

Der Lufthansa-Konzern war bei den Arbeiten zum Jahresabschluss Ende November auf die Unregelmäßigkeiten gestoßen. Es seien "Freistellungstage für Gewerkschaftsarbeiten nicht vollumfänglich abgerechnet und beglichen worden" hieß es. Daraufhin habe man die Forderungen der Ufo mitgeteilt.

Von: br
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