Internationale Fluggesellschaften buhlen um deutsche Crews

21.02.2019 - 14:25 0 Kommentare

Arabien, Asien oder doch lieber Leipzig? Auf der "Pilot Expo" in Berlin wollen Fluggesellschaften aus aller Welt fliegendes Personal rekrutieren. Denn trotz der Airline-Pleiten der letzten Monate ist der Bedarf weiter hoch.

Eine Crew der Germania Fluggesellschaft. - © © Germania -

Eine Crew der Germania Fluggesellschaft. © Germania

Piloten tragen Verantwortung für zum Teil Hunderte Menschenleben, bewegen sich in einem komplexen Umfeld aus Elektronik und Automatisierung mitunter durch mehrere Zeitzonen und haben neben langen Arbeitszeiten oft auch lange Abwesenheit von der Familie. Dennoch gilt der Beruf nach wie vor als Traumberuf für viele.

In den Messehallen unter dem Berliner Fernsehturm präsentieren sich jetzt auf der "Pilot Expo 2019" Fluggesellschaften, Trainingsanbieter sowie Dienstleister rund um die Themen Ausbildung und Rekrutierung. Gleichzeitig stehen Fachvorträge auf dem Programm, die sich sowohl an fertig ausgebildete Piloten als auch an "Future Pilots" richten.

Piloten-Jobs im airliners.de-Stellenmarkt

Im airliners.de-Stellenmarkt finden Sie eine breite Palette an Luftfahrt-bezogenen Stellenangeboten. Aktuelle Ausschreibungen für Cockpit-Crews und Flugbegleiter sind natürlich auch dabei.

Im Fokus steht dabei auch die Frage, wie sich der Pilotenberuf im Wandel der Zeit verändert hat. Denn mit den Himmelsstürmern von einst, die in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit ein Hauch von Luxusleben und Internationalität umgab, haben Piloten heute kaum noch etwas gemein.

Hinzu kommt eine immer komplexere Automatisierung im Cockpit, die schon erste Debatten über die Notwendigkeit von Zwei-Mann-Cockpits aufkommen lässt. Spätestens seit der allgemeinen Verbreitung von Billig-Airlines ist es ohnehin vorbei mit dem Image jetsettender Glamourboys in Uniform, Rollköfferchen und schicken Sonnenbrillen.

Abends oft wieder zu Hause

Spötter sprechen nun sogar bereits abfällig von "Luftkutschern" - regelrechten "Air-Busfahrern", denen die immer heftiger kreisenden Rotstifte vieler Airline-Manager die Privilegien zurechtstutzen. Im Gegenzug kommen Piloten im "Punkt zu Punkt"-Verkehr jetzt nach getaner Arbeit immer häufiger ganz normal abends wieder nach Hause.

Auf der Pilot Expo in Berlin können sich angehende Piloten am Freitag und Samstag nun selbst ein Bild von den Arbeitsbedingungen machen. Ausgebildete Piloten haben zudem die Möglichkeit, sich direkt bei verschiedenen Anbietern zu bewerben. Zahlreiche Airlines aus aller Welt buhlen regelrecht um die Piloten - auch von den insolventen Fluggesellschaften wie Air Berlin, Small Planet, Azur Air, Germania oder Fly BMI.

Denn trotz der Pleiten der letzten Zeit sind die Aussichten für Piloten aktuell nicht schlecht - wenn auch nicht immer direkt vor der Haustür. Die weltweite Nachfrage nach Piloten ist ungebrochen hoch. Um die weltweiten Flotten in den kommenden 20 Jahren in der Luft zu halten, werden laut Boeing immerhin rund 800.000 neue Piloten benötigt.

Von: dh mit Material der dpa
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