Insolvenz ist für Air Berlin kein Thema

14.06.2017 - 14:30 0 Kommentare

Hauptversammlung von Air Berlin: Airline-Chef Thomas Winkelmann spricht bei dem Termin über die Zahlungsfähigkeit seiner Fluggesellschaft und erklärt ein Problem für beendet.

Kam vom Lufthansa-Konzern zu Air Berlin: Thomas Winkelmann - © © dpa - Alban Grosdidier

Kam vom Lufthansa-Konzern zu Air Berlin: Thomas Winkelmann © dpa /Alban Grosdidier

Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin ist nach eigener Darstellung weiter zahlungsfähig. "An unserer Aussage vom April 'Die Liquidität des Unternehmens ist gesichert' hat sich nichts geändert", betonte Unternehmenschef Thomas Winkelmann jetzt auf der Hauptversammlung in London. Die Voranfrage auf Prüfung einer Bürgschaft an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Berlin gehöre "zu unserer vorausschauenden Unternehmensführung".

Wir loten alle Möglichkeiten aus - für alle Fälle.

Thomas Winkelmann, Chef von Air Berlin

"Eine Insolvenz ist kein Thema für uns", ergänzte Air-Berlin-Sprecherin Theresa Krohn. Großaktionär Etihad hat der angeschlagenen Airline im April in einem "Letter of Support" weitere Unterstützung für mindestens 18 Monate zugesagt. Allerdings hatte die Airline in ihrem Geschäftsbericht geschrieben, dass diese "möglicherweise nicht durchgesetzt werden kann, wenn dies erforderlich werden sollte".

Die arabische Gesellschaft, die 29,2 Prozent der Anteile an den Berlinern besitzt, hält das Unternehmen seit Jahren mit Finanzspritzen in der Luft. Die Bürgschaftsanfrage habe auch nichts mit den jüngst geplatzten Verhandlungen zwischen Etihad und dem Tui-Konzern über eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft der Air-Berlin-Tochter Niki mit Tuifly zu tun, sagte Winkelmann.

Verspätungsprobleme sind laut Winkelmann behoben

Seinen Angaben zufolge sind Flüge von Air Berlin wieder zuverlässig und pünktlich unterwegs. "Wir können uns für die Probleme im April und Mai nur entschuldigen", sagte der Manager. Seit dem 1. Juni sei der Flugplan stabil, die Pünktlichkeit wieder über 80 Prozent, Streichungen gebe es nur aus technischen Gründen.

In letzter Zeit waren bei Air Berlin immer wieder Verbindungen ausgefallen oder hatten mitunter große Verspätungen. Winkelmann räumte fehlerhafte Planung bei der Neuordnung des Netzes ein. Es habe teilweise an Flugzeugen und Kabinenpersonal gefehlt. Inzwischen wurden Flüge an andere Airports verlagert oder auch ganz gestrichen. Auch der neue Bodenabfertiger Aeroground in Berlin-Tegel arbeite nun stabiler - wenn auch noch nicht ideal.

Die Fluggesellschaft bestätigte, dass es in den vergangenen Monaten ein erhöhtes Beschwerdeaufkommen gegeben habe. Airline-Sprecherin Krohn zufolge könnte es deshalb länger dauern, bis alle Fälle bearbeitet sind. "Aber Air Berlin wird alle berechtigten Ansprüche seiner Kunden erfüllen", erklärte sie.

Experten rechnen damit, dass sich Air Berlin auf Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe einstellen muss. Die Airline steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Vergangene Woche stellte die Fluggesellschaft bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Das bringt der Lufthansa eine Air-Berlin-Übernahme Analyse

Von: ch, AFP, dpa
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