Insider: Etihad-Chef Hogan könnte seinen Job verlieren

21.12.2016 - 12:00 0 Kommentare

Etihad Airways plant offenbar einen Strategiewechsel. Dabei könnte nach einem Medienbericht Airline-Chef Hogan seinen Job verlieren. Und auch ein Verkauf von Beteiligungen unter Wert ist vorstellbar.

James Hogan, CEO der Etihad Airways  - © © Etihad Airways -

James Hogan, CEO der Etihad Airways © Etihad Airways

Die Fluggesellschaft Etihad steht laut einem Pressebericht vor einem größeren Strategieschwenk. Den langjährigen Chef James Hogan könnte das kostspielige Investment in schwächelnde europäische Airlines wie Air Berlin zudem den Job kosten, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere voneinander unabhängige Quellen. Nach Informationen des Blattes steht das gesamte Europa-Engagement in Frage. Etihad wollte sich der Zeitung gegenüber nicht zu den Informationen äußern.

Etihad ist in den vergangenen Jahren bei mehreren Sorgenkindern der europäischen Luftfahrtbranche eingestiegen. Bei der seit Jahren verlustreichen zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin ist die Staatsairline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit knapp 30 Prozent größter Aktionär. Das Engagement hat Etihad bislang mehr als eine Milliarde Euro gekostet, bei der italienischen Alitalia haben die Scheichs noch mehr Geld in den Sand gesetzt.

Vertrauen verloren

Die Investments sollten Zugang zum europäischen Markt bringen sowie Fluggäste an das Drehkreuz Abu Dhabi locken, um sie von dort mit Etihad weiterzufliegen. Doch nun könnten die teuren Ausflüge Chef Hogan den Job kosten. Im Verwaltungsrat hat er laut "Handelsblatt" das Vertrauen verloren, im Januar soll dem Vernehmen nach mit dem Strategiewechsel begonnen werden. Demnach soll Aufsichtsrat Ahmed Ali Al Sayegh die Neuordnung des Europageschäfts in die Hand nehmen. Geprüft wird laut den Insidern auch ein Verkauf der Beteiligungen unter Wert.

Bei Air Berlin läuft bereits ein Rettungsplan. Ein Teil der Flotte wird an die Lufthansa vermietet, zudem lagert das Unternehmen Beteiligungen mit Hilfe von Etihad aus, um mit dem Ferienflieger Tuifly ein Gemeinschaftsunternehmen zu betreiben. Über kurz oder lang könnte der Rest von Air Berlin dann bei der Lufthansa landen, hieß es in dem Bericht.

© AirTeamImages.com, Montage: airliners.de, TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad) Lesen Sie auch: Lufthansa und Etihad arbeiten zusammen

Etihad selbst steht derzeit ebenfalls vor Sparmaßnahmen, das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre hat sich abgeflaut. Am Montag hatte ein Sprecher der Golf-Airline einen Umbau bestätigt, der die Kosten senken und Umsatz wie Produktivität steigern soll. Dabei würden auch Stellen wegfallen. Bis zu 3000 von 26.000 Jobs stehen auf der Kippe, sagten informierte Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Von: dpa-AFX, gk
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