Insider: A380 vor Produktionsstopp

28.12.2017 - 10:34 0 Kommentare

Quo vadis A380? Nachdem zuletzt eine weitere Drosselung der Produktion diskutiert wurde, geht es nun laut eines Medienberichts um das Ende des Airbus-Doppelstöckers. Alles hängt demnach an Emirates.

Eine A380 von Emirates bei der Landung: Auftrag vom Golf-Carrier erhofft. Foto: © AirTeamImages.com, Simon Willson

Die Produktion des Airbus-Riesenflugzeugs A380 steht offenbar vor dem Aus. Sollte es den anvisierten Großauftrag der Kundin Emirates nicht geben, werde die Linie auslaufen, zitiert die Nachrichtenagentur Reutersmehrere mit der Sache vertraute Personen.

Die drei Insider berichten demnach von "Notfallplänen", die in Toulouse geschmiedet würden. "Wenn es keinen Emirates-Deal gibt, wird Airbus mit der Beendigung der A380-Produktion beginnen", sagte ein Mitarbeiter; ein Lieferant bestätigte Reuters die Angaben. Offizielle Aussagen wollten weder Airbus noch Emirates machen.

Produktionsdrosselung diskutiert

Die A380 gilt in Jahr zehn nach ihrer Einführung als Sorgenkind von Airbus. Zwar rüsteten mehrere Fluggesellschaften erst in diesem Monat ihre Innenausstattung der doppelstöckigen Maschine um, doch bei Airbus bleiben die Neubestellungen aus. Erst vor zwei Wochen wurde deshalb über eine erneute Drosselung der Produktion berichtet.

Offene A380-Bestellungen
Air France Amedeo British Airways Emirates Etihad Korean Air Lufthansa Qantas Qatar Airways Singapore Airlines Weitere Airlines
Bestellte Flugzeuge 10 20 12 142 10 10 14 20 10 24 85

Die Grafik zeigt die Verteilung der bei Airbus bestellten und noch nicht ausgelieferten A380-Flugzeuge. Weitere Airlines sind alle, die weniger als zehn Stück bestellt haben. Quelle: Airbus, Stand: Dezember 2017

Damals wurde spekuliert, dass nach dem geplatzten Emirates-Deal auf der Dubai Air Show die A380-Produktion so gedrosselt werden soll, dass sie bis etwa 2030 weitergehen könnte. Dadurch sollten potenzielle Käufer eine gewisse Planungssicherheit bekommen. Daraufhin wurden neue Gespräche mit dem Golf-Carrier aufgenommen, hieß es.

Da die Nachfrage der Airlines nach großen Flugzeugen abnahm, kam der Airbus-Gegenentwurf zu Boeings 747-8 nie richtig in Schwung. Airlines setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie die Airbus-Maschinen A350 und A330 sowie die Boeing-Typen 777 und 787 "Dreamliner". Diese kommen auf Langstrecken mit zwei Triebwerken aus und lassen sich wegen ihrer Größe auf mehr Strecken rentabel einsetzen.

© Airbus, Lesen Sie auch: Warum gibt es noch keine A380neo? Antworten aus dem Cockpit

Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris versuchte Airbus potenzielle Abnehmer mit einer modernisierten Neuauflage A380plus zu locken. Durch Anpassungen in der Kabine sollen 80 Fluggäste mehr in die Maschine passen. Das wären bei einer typischen Bestuhlung rund 630 statt bisher 550 Passagiere. Neuartige, riesige abgeknickte Flügelenden (Winglets) sollen den Spritverbrauch drosseln. Beide Maßnahmen zusammen sollen die Betriebskosten um 13 Prozent senken.

Von: cs
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