In­lands­flugver­kehr geht im ersten Halbjahr deutlich zurück

26.08.2013 - 12:09 0 Kommentare

Im ersten Halbjahr 2013 ist die Zahl der Inlandspassagiere an den deutschen Flughäfen um sechs Prozent zurückgegangen. Zulegen konnte hingegen der Europa- und Interkontinentalverkehr.

In einer langen Schlange stehen Fluggäste auf dem Flughafen in Hamburg am Check-in an. - © © dpa - Ulrich Perrey

In einer langen Schlange stehen Fluggäste auf dem Flughafen in Hamburg am Check-in an. © dpa /Ulrich Perrey

In der ersten Hälfte dieses Jahres haben deutlich weniger Menschen auf innerdeutschen Strecken das Flugzeug benutzt. Die Passagierzahl ging unter anderem wegen Flughafen-Streiks im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf rund elf Millionen zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Einen so starken Rückgang hat es seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr gegeben. Insgesamt sank die Zahl der von deutschen Flughäfen abreisenden Passagiere um 0,5 Prozent auf 47,4 Millionen.

Im Verkehr zu europäischen Zielen, der insgesamt um 1,1 Prozent zulegte, waren vor allem Portugal mit einem Plus von 8,8 Prozent und Griechenland mit 7 Prozent die Wachstumsmotoren, wie das Statistische Bundesamt informierte. Vor allem die Griechischen Inseln legten um 14,6 Prozent besonders stark zu. Auch das Ziel Russland (Plus 5,1 Prozent) war stark nachgefragt.

Deutlich mehr Fluggäste Richtung Mexiko und Marokko

Im Interkontinentalverkehr stiegen in den ersten sechs Monaten diesen Jahres die Fluggastzahlen um 2,4 Prozent. Überdurchschnittliche Zunahmen gab es bei der Zahl der Passagiere nach Amerika (Plus 3,3 Prozent) und nach Afrika mit einem Plus von fünf Prozent. Besonders auffällige Anstiege weist die Statistik bei Flügen nach Mexiko und Marokko mit Zuwächsen von 14,8 Prozent beziehungsweise 24,5 Prozent aus.

Für das Gesamtjahr rechnet der Flughafenverband ADV noch mit einem kleinen Zuwachs von 0,4 Prozent auf erneut mehr als 200 Millionen Passagiere. Als Gründe für den Rückgang auf Halbjahressicht wurden unter anderem durch Witterung und Streiks bedingte Flugausfälle im ersten Halbjahr genannt. Beispielsweise mussten sich zu Jahresbeginn Passagiere an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Im März hatten heftige Schneefälle und Verwehungen auf den Start- und Landebahnen in Frankfurt dazu geführt, dass der Flugbetrieb zeitweise eingestellt werden musste.

Nur wenige Verkehrsflughäfen erwarten in diesem Jahr Gewinn

Nur noch sechs von 22 deutschen Verkehrsflughäfen rechnen für dieses Jahr mit einem Gewinn. Flughäfen mit weniger als fünf Millionen Passagieren jährlich würden es kaum noch schaffen, ihre Betriebskosten zu erwirtschaften. Die Luftverkehrswirtschaft verlangt daher die Abschaffung der Luftverkehrssteuer, die auf jedes Ticket von deutschen Flughäfen fällig ist. Gleiches fordert unter anderem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft. Union und FDP haben bereits angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs die Ticketsteuer für Starts von deutschen Flughäfen auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Von: airliners.de, dpa
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