Ingenieure weisen Kritik des BER-Chefs zurück

13.11.2018 - 12:14 0 Kommentare

Berlins Flughafenchef Lütke Daldrup unterstellt: Ingenieure machen ein gutes Geschäft mit der überbordenden Bauregulierung. Die Berufsverbände kontern und sehen die Schuldigen in der Politik.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im BER - © © dpa - Bernd Settnik

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im BER © dpa /Bernd Settnik

Für seine Kritik am wachsenden Wust von Baunormen erntet der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup unter Ingenieuren Widerspruch. Der Geschäftsführer hatte in einem Interview den Verdacht geäußert, bei der Entwicklung spiele auch Eigeninteresse beteiligter Ingenieure eine Rolle.

Die Baukammer Berlin widersprach am Dienstag: "Ingenieure tun alles, der wachsenden Normenflut entgegenzuwirken." Verantwortlich für die zahlreichen Vorgaben seien der Bund und die EU.

Am Montag hatte auch die Bundesingenieurkammer den Vorwurf zurückgewiesen. "Auch die Planerinnen und Planer leiden unter den immer umfangreicheren Vorgaben", hieß es in einer Mitteilung.

Baunormen verdoppelten sich in zehn Jahren

Die Standesvertretungen bestätigten zugleich Lütke Daldrups Analyse, dass die Normenfülle Bauen immer komplexer und teurer mache. Die Zahl der Vorgaben habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Daher setze sich die Bundesingenieurkammer für die "Eindämmung der Normenflut" ein - die Bemessungsregeln müssten anwendbarer und praxisgerechter gestaltet werden.

Lütke Daldrup hatte im Interview mit der Architekturzeitschrift "ARCH+" im Normierungswesen "eine gewisse Interessenkomponente" ausgemacht, auch zugunsten vieler Freiberufler, denen die Normen den Broterwerb sicherten.

© dpa, Lesen Sie auch: BER-Chef kritisiert Überregulierung beim Bau von Großprojekten

Das Sachverständigen- und Fachingenieurswesen sichere so seine fachliche Existenzberechtigung. "Je erfolgreicher das Normungswesen ist, desto mehr Arbeits- und Industrievolumen wird generiert."

Von: pra, dpa
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