Digital Passenger (5) ( Gastautor werden )

Inflight Entertainment sucht den Nachtmodus

04.04.2017 - 09:01 0 Kommentare

Bordunterhaltung raubt einem schnell den Schlaf, denn oft sind die Systeme schlicht zu hell eingestellt. "Digital Passenger" Andreas Sebayang plädiert dafür, dass Airlines hier mit einem Nachtmodus nachrüsten.

Grelles Licht durch Inflight Entertainment (Foto: Thomas Hawk, gepostet auf Flickr, CC BY-NC 2.0) - © © Thomas Hawk -

Grelles Licht durch Inflight Entertainment (Foto: Thomas Hawk, gepostet auf Flickr, CC BY-NC 2.0) © Thomas Hawk

Sind Sie schon einmal geschlossenen Auges vom Sitznachbar geblendet worden? Dann erging es Ihnen wie mir. Bei typischen Langstreckenflugzeugen ist das Inflight Entertainment (IFE) nämlich so hell, dass es bei abgedunkelter Kabine dösende Mitpassagiere leicht blendet. Setzt die Airline dann noch auf ein helles, fröhliches Design, ist das gleich doppelt nervig.

Deswegen neige ich dazu, nachts Rücksicht auf meine Mitmenschen zu nehmen und das IFE abzudunkeln oder bei Nichtbenutzung ganz abzuschalten. Das spart gleichzeitig auch noch Strom. Denn ein Helligkeitssensor oder gar ein Sensor zur Erkennung der Aktivität des Passagiers ist noch lange kein Standard.

Zudem sorgen konzeptionelle Schwächen mancher IFEs für zusätzliche Lichtabgabe. Da leuchtet dann mal der schwarze Balken in dunklem Grau, weil die Schwarzwerte nicht dem entsprechen, was die leider zu kurzlebige OLED-Displaytechnik beherrscht.

Nervfaktor für den Nachbarn

Wenn dann auch noch ein spiegelnder Touchscreen, verbaut ist, der als Ausgleich eine besonders starke Hintergrundbeleuchtung, erfordert, wird es noch nerviger. Die Bildqualität ist zwar in der Regel toll, aber den Nachbarn stört es dafür umso mehr.

Aber selbst wenn die Displayhardware schlecht ist, könnten Fluggesellschaften mehr machen. In Abhängigkeit von der Kabinenbeleuchtung könnte das Layout in einen Nachtmodus gebracht werden. Ein dunkleres Farb-Setting der Benutzeroberfläche würde schon enorm helfen. Vor allem, wenn das Display ungenutzt den Startbildschirm zeigt. Der Navi-Bildschirm im Auto invertiert einfach die Farben, wenn es draußen dunkel wird.

© Emirates, Lesen Sie auch: Beim Flug-Komfort sind kleinere Störungen hinzunehmen

Einige Smartphone-Nutzer wissen um diese Invertierungs-Vorteile, wenn sie beispielsweise im Kino kurz einen Blick aufs Display riskieren. Ein bisschen Anpassung der Fluggesellschaften - und schon wäre ein Blendfaktor reduziert.

Besonderes Augenmerk auf die Panelqualität

Ideal wäre natürlich, bei neuen IFE-Systemen grundsätzlich auf Sensorik zu setzen, die in der digitalen Welt schon seit über einem Jahrzehnt Standard ist. Per Helligkeitssensor-Information kann schon heute bei einigen IFE-Systemen die Panel-Hintergrundbeleuchtung gedimmt werden.

Zugleich sollte mehr auf die Panelqualität geachtet werden. Je besser diese ist, desto weniger Störlicht gibt es und dem Passagier gefällt es auch. Denn der ist schon lange von seinem mitgebrachten Tablet ein deutlich besseres Bild gewöhnt.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Instagram-Account AroundTheBlueMarble. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: Andreas Sebayang für airliners.de
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