Buhlen um Staatshilfen geht weiter

Indische Airlines verzichten auf Streiktag

03.08.2009 - 10:34 0 Kommentare

Die privaten indischen Fluggesellschaften haben am Wochenende ihren für den 18. August in Erwägung gezogenen Streiktag wieder abgesagt. Luftverkehrsminister Praful Patel forderte die Airlines erneut zum "Dialog mit der Regierung" auf.

Boeing 737-900 der indischen SpiceJet - © © AirTeamImages.com -

Boeing 737-900 der indischen SpiceJet © AirTeamImages.com

Die Federation of Indian Airlines (FIA) erklärte am Wochenende, die Streikpläne seien verworfen worden. Gründe dafür seien einerseits der „öffentliche Unmut, den die Ankündigung ausgelöst hatte, und die potenziellen Unannehmlichkeiten tausender Passagiere“, andererseits aber auch „die Bereitschaft der Regierung zum Dialog“, hieß es seitens des Branchenverbands.

Am Freitag hatten die indischen Airlines angekündigt, den Flugbetrieb für einen Tag einzustellen. Damit wollten sie Druck auf die Regierung ausüben und unter anderem eine geringere Besteuerung von Kerosin sowie eine Senkung der Flughafengebühren erwirken.

Bereits am Wochenende kündigten jedoch die Fluggesellschaften MDLR Airlines, Paramount Airways, SpiceJet und IndiGo Airlines an, sie würden trotzdem Flüge am 18. August durchführen. Die staatliche Air India sagte, sie würde sich nicht an dem Streik beteiligen und, wenn nötig, an diesem Tag extra Flüge anbieten. Anschließend sagten auch Jet Airways und Kingfisher den geplanten Streik wieder ab.

Der indische Luftverkehrsminister Praful Patel forderte die Airlines zum Dialog mit der Regierung auf. Er habe zwar Verständnis für die schwierige Lage, in der sich die Branche derzeit befindet. Dennoch befürworte die Regierung keine Aktionen, die die Reisemöglichkeiten derart einschränken würden.

Branchenkenner betrachten die Vorgehensweise der FIA mit Skepsis. Zwar ist es den Airlines gelungen, mit den Streikankündigungen die Aufmerksamkeit auf die derzeitigen Branchenschwierigkeiten zu ziehen. Ob ein Streiktag jedoch den gewünschten Erfolg bei der Regierung gehabt hätte, ist fraglich. Auf jeden Fall wären Unzufriedenheit der Kunden und eine für die Airlines negative Berichterstattung vorprogrammiert, schreibt der Finanznachrichtendienst „MarketWatch“ heute. Außerdem würden die Airlines mit einem Streiktag auf die Umsätze eines Tages verzichten – was sie sich gerade in diesen Zeiten eigentlich nicht leisten können.

„MarketWatch“ sieht unterdessen Anzeichen für Veränderungen im indischen Luftverkehrsmarkt. Billigfluggesellschaften wie SpiceJet oder IndiGo Airlines hätten ihre Marktanteile zulasten von Kingfisher und Jet Airways erhöht, da Flugreisende in der Rezession verstärkt Billigangebote in Anspruch nähmen. So konnte SpiceJet als einzige indische Fluggesellschaft für das zweite Quartal dieses Jahres einen Gewinn bekannt geben.

Von: airliners.de
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