Artikel vom 28.11.2011 0

Weiter Kritik an Ticketsteuer Branche wird "ins Abseits geschoben"

Die Luftverkehrssteuer sorgt weiter für Unmut. Lufthansa-Chef Christoph Franz hat kritisiert, dass die Belastung auch 2012 beibehalten werde, obwohl die Fluggesellschaften dann in den Emissionshandel der EU einbezogen würden. Es seien erhebliche Belastungen zu befürchten.

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt am Main - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt am Main

Die umstrittene Ticketsteuer für Starts von deutschen Flughäfen sorgt in der Branche weiter für Ärger. Lufthansa-Chef Christoph Franz kritisierte, dass die Belastung im neuen Jahr beibehalten werde, obwohl die Fluggesellschaften in den Handel mit CO2-Verschmutzungszertifikaten in der EU einbezogen werden sollen.

Er könne verstehen, dass der Staat Geld brauche, sagte Franz der "Welt am Sonntag". "Aber dann sollte das Geld technisch so eingesammelt werden, dass nicht als Kollateralschaden eine ganze Branche ins Abseits geschoben wird." Die zweitgrößte deutsche Gesellschaft Air Berlin hat mehrfacht die sofortige Abschaffung der Steuer gefordert.

Franz sagte, er glaube "nicht mehr an eine Verschiebung des Emissionshandels." Zu befürchten seien dadurch erhebliche Belastungen der gesamten europäischen Branche.

Die Bundesregierung plant, die Ticketsteuer 2012 zu reduzieren. Als Ausgleich für Mehrkosten durch den Emissionshandel war dies schon bei Einführung der Ticketsteuer festgelegt worden. Gedacht wird daran, die entfernungsabhängigen Sätze um jeweils 5,52 Prozent zu reduzieren. Im Inland und für Kurzstrecken sollen einem Entwurf zufolge statt 8 Euro künftig 7,56 Euro fällig sein. Zu Mittelstreckenzielen wie Ägypten soll der Aufschlag von 25 Euro auf 23,62 Euro sinken, für entferntere Ziele von 45 Euro auf 42,52 Euro.

Die Luftfahrtbranche beklagte von Anfang an Belastungen durch die Steuer. Zahlen müssen sie die Fluggesellschaften, die sie angesichts des harten Wettbewerbs nur teilweise über höhere Ticketpreise an die Kunden weitergeben können. Vor allem Billigflieger und kleinere Regionalflughäfen kritisieren, dass sie der Aufschlag massiv trifft.

Die seit Jahresbeginn geltende Steuer soll jährlich rund eine Milliarde Euro zur Etatsanierung in die Bundeskasse bringen. Bisher kamen 712 Millionen Euro zusammen, wie aus dem jüngsten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.  

Stand: 28.11.2011 - 8:54 AM Uhr

Quelle: dpa-AFX

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