Artikel vom 02.01.2012 0

Frankfurt: Streit um Landebahn geht weiter Wahlkampf

Die Frankfurter Landebahn Nordwest sorgt auch im neuen Jahr weiterhin für Streit. Der Spiegel berichtet, die neue Bahn würde häufiger als nötig genutzt. Die Kandidatin der Grünen für das Oberbürgermeisteramt in Frankfurt fordert sogar die Schließung.

Eine Lufthansa-Maschine rollt von der Nordwest-Landebahn über eine Brücke zu den Terminals des Flughafens in Frankfurt am Main, während Autos die Autobahn A3 befahren. - © © dpa - Marc Tirl

Eine Lufthansa-Maschine rollt von der Nordwest-Landebahn über eine Brücke zu den Terminals des Flughafens in Frankfurt am Main, während Autos die Autobahn A3 befahren.

Der Streit um die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen geht auch im neuen Jahr weiter. Die Kandidatin der Grünen für das Oberbürgermeisteramt in Frankfurt, Rosemarie Heilig, fordert die Schließung der Bahn. Nach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» vom Montag setzt die Umweltpolitikerin dabei auf die Landtagswahl 2013. Eine mögliche neue Landesregierung sollte dann auf dieses Ziel hinarbeiten, forderte die 55-Jährige.

Die CDU im hessischen Landtag nannte Heiligs Forderung unseriös. Sie gehe an den Sorgen und Bedürfnissen der Menschen vorbei, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Walter Arnold, in Wiesbaden. Auch Hessens Grünen-Chef Tarek Al-Wazir habe sich auf dem Landesparteitag der Grünen gegen diese Forderung ausgesprochen. Heilig wolle den Wählern in Frankfurt etwas vormachen, kritisierte Arnold laut Mitteilung.

Etwa jede zweite Maschine, die in Frankfurt ankommt, landet nach Auskunft des Flughafenbetreibers Fraport auf der Nordwestbahn. Täglich seien das bis zu 350 Landungen auf der im Oktober eröffneten Piste.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» wird die neue Bahn viel häufiger angeflogen als unbedingt nötig wäre. Der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, sagte, der Verkehr werde gleichmäßig auf die Süd- und die Nordwestlandebahn verteilt. Dabei werde berücksichtigt, wie lang die Rollwege der ankommenden Maschinen zu dem für sie bestimmten Terminal seien. Es sei auch üblich, den Piloten die Wahl zu lassen, wenn das möglich sei. «Wenn wir die Anweisung hätten, die Nordwestbahn weniger zu benutzen, würden wir das tun», sagte Raab.

Unterdessen kündigte die Staatskanzlei in Wiesbaden an, Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) werde sich am 18. Januar mit Vertretern der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm treffen. Die von Fluglärm belasteten Menschen im Rhein-Main-Gebiet sollten wissen, dass sie nicht alleingelassen seien. Im Dezember hatte sich Bouffier mit den Spitzen der Luftfahrtbranche getroffen, mit denen in den nächsten Wochen ein Maßnahmenpaket zur Lärmreduzierung erarbeitet werden soll.

Stand: 02.01.2012 - 5:43 PM Uhr

Quelle: dpa

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