Artikel vom 22.04.2010 0

Kürzt Berlin den A400M-Auftrag?

Deutschland zieht offenbar Konsequenzen aus der angespannten Haushaltslage und will nun weniger A400M-Militärtransporter abnehmen. Zudem soll das vollautomatische Tiefflugführungssystem zur Disposition stehen.

Zwei Airbus A400M stehen auf dem Flughafen in Sevilla. - © © Airbus Military -

Zwei Airbus A400M stehen auf dem Flughafen in Sevilla.

Deutschland will die Zahl der bestellten Militärtransporter A400M offenbar reduzieren und zudem deren Ausstattung abspecken. «Eine haushaltsneutrale Umsetzung des Mehrbedarfs soll für den deutschen Programmanteil überwiegend durch eine Reduzierung der Stückzahl sowie durch den Verzicht auf das technische Ausrüstungspaket vollautomatisches Tiefflugführungssystem» erreicht werden, heißt es in einem Dokument des Bundesverteidigungsministeriums, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Donnerstag berichtete.

Der Flugzeugpreis soll einer vertraglichen Preisgleitklausel unterliegen. Die Auslieferung des ersten A400M an Deutschland sei laut Dokument für den November 2014 vorgesehen. Im März hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) trotz der angespannten Haushaltslage auf die Beschaffung aller 60 geplanten Militärtransportflugzeuge gehofft.

Airbus hatte sich 2003 gegenüber den sieben Bestellnationen Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und Türkei verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20 Milliarden Euro auszuliefern. Das gesamte Entwicklungsprogramm für den europäischen Militärtransporter kam jedoch drei Jahre in Verzug und verursachte Mehrkosten von 5,2 Milliarden Euro. Deutschland hatte vom A400M ursprünglich 73 Flugzeuge bestellt, diese Order jedoch auf 60 Maschinen für gut acht Milliarden Euro reduziert. Im Dezember 2009 hatte der A400M seinen Jungfernflug.

Stand: 22.04.2010 - 4:28 PM Uhr

Quelle: ddp

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