Artikel vom 10.11.2011 0

Airbus A350 verzögert sich A340-Fertigung wird eingestellt

Der neue Airbus-Langstreckenjet A350 wird sich um rund sechs Monate verzögern. Das hat EADS heute bekanntgegeben. Die Produktion des Ladenhüters A340 wird unterdessen eingestellt.

Airbus A350 XWB

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS muss bei seinem Hoffnungsträger Airbus A350 eine teure Verspätung eingestehen. Wegen Engpässen bei Kohlefaser-Teilen soll das erste Exemplar des neuen Langstreckenfliegers statt Ende 2013 nun spätestens Mitte 2014 ausgeliefert werden, teilte der Airbus-Mutterkonzern EADS am Donnerstag in Paris mit.

Die erste A350 solle demnach erst im ersten Quartal 2012 montiert werden und nicht schon Ende des Jahres wie zunächst vorgesehen. "Wir investieren also ein paar mehr Monate, um im Endeffekt ein Flugzeug mit höherem Reifegrad zu haben", sagte EADS-Chef Louis Gallois dem Wirtschaftsmagazin "Euro".

Airbus habe sowohl aus früheren Programmen als auch aus den Schwierigkeiten seines Wettbewerbers Boeing gelernt. Die ebenfalls größtenteils aus Verbundstoffen gefertigte Boeing 787 wurde gerade nach mehr als drei Jahren Verzögerung an den Erstkunden ANA ausgeliefert. Dadurch waren dem US-Konkurrenten Zusatzkosten in Milliardenhöhe entstanden.

Die Verzögerung bei der A350 bedeutet für EADS eine Sonderbelastung von 200 Millionen Euro. Bereits Mitte Oktober hatte Fabrice Brégier, Nummer zwei bei Airbus, mitgeteilt, dass einige Zulieferer in Schwierigkeiten seien und Teile nicht rechtzeitig lieferten.

A340-Fertigung wird eingestellt

Die Produktion des vierstrahligen Langstreckenflugzeugs A340 will Airbus einstellen. "Wir haben die Realität akzeptiert", sagte Airbus-Finanzdirektor Hans Peter Ring. Seit fast zwei Jahren sei keine A340 mehr verkauft worden. Insgesamt kann sich Airbus allerdings vor Bestellungen kaum retten: Insgesamt erwartet der Flugzeugbauer in diesem Jahr nun Aufträge für 1.500 Maschinen, fast das Dreifache der Jahresproduktion.

Bis Ende diesen Jahres will Airbus mindestens 520 Maschinen verschiedenen Typs ausliefern. Kassenschlager für den europäischen Flugzeugbauer ist die spritsparende A320neo. Mit einigen Kunden verhandelt Airbus nach Angaben von Ring bereits in Euro-Preisen. In der Regel wird in der Luftfahrtindustrie, die jahrelange von den US-Unternehmen dominiert wurde, in Dollar bezahlt.

 

Stand: 10.11.2011 - 5:35 PM Uhr

Quelle: AFP, dpa, airliners.de

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