Artikel vom 16.09.2011 0

Air France-KLM vergibt Großauftrag Airbus und Boeing

Der Air France-KLM-Verwaltungsrat  hat eine Großbestellung für neue Langstreckenflugzeuge abgesegnet. Insgesamt geht es um 50 Festbestellungen. Zudem sind weitere Optionen geplant. Der Auftrag wird zwischen Airbus und Boeing gesplittet.

Darstellung eines Airbus A350-900 in den Farben der Air France

Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat einen umstrittenen Großauftrag für 50 neue Langstreckenmaschinen zwischen dem europäischen Flugzeugbauer Airbus und dem US-Konkurrenten Boeing aufgeteilt. Der Listenpreis liegt bei zwölf Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Air France-KLM will mit der Bestellung, zu der noch 60 Kaufoptionen kommen, seine Flotte modernisieren.

Airbus soll 25 Maschinen des Typs A350-900 liefern, Boeing die anderen 25 Flugzeuge des Typs B787-9 Dreamliner. Der erste neue Langstrecken-Airbus soll 2018 für Air France abheben. Boeing will seinen B787-9 Dreamliner bereits 2016 für KLM starten lassen. Langfristig solle aber die Trennung zwischen Boeing für KLM und Airbus für Air France aufgehoben werden, teilte das französisch-niederländische Unternehmen mit. Für die 60 Maschinen, die Air France-KLM neben den festen Bestellungen noch kaufen will, nannte die Fluggesellschaft noch keinen Hersteller. Airbus teilte mit, Air France-KLM wolle bis zu 60 Flugzeuge des Typs A350 XWB ordern.

Die französische Regierung hatte im Vorfeld Druck auf Air France-KLM gemacht, sich für Airbus mit Sitz im südfranzösischen Toulouse zu entscheiden. Außenhandelsstaatssekretär Pierre Lellouche sprach Mitte Juni mit Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. Es gehe schließlich um französische Arbeitsplätze, begründete Lellouche seine Initiative. Auch rund hundert französische Abgeordnete hatten Air France-KLM aufgefordert, Airbus den Großauftrag zu geben. Der französische Staat hält gut 15 Prozent der Aktien der Fluggesellschaft.

Das Unternehmen teilte mit, es habe seine Entscheidung nach technischen Kriterien getroffen. Es stattet seine bestellten Maschinen mit Rolls-Royce-Triebwerken aus, US-Konkurrent Boeing hat noch keinen Hersteller für die Turbinen seiner Flugzeuge. "Wir sehen in dieser Entscheidung ein starkes Vertrauensvotum", erklärte Airbus-Verkaufschef John Leahy.

Mit den neuen Flugzeugen will Air France-KLM alte Maschinen ersetzen und sein Langstreckennetz ausbauen. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, sich auf dem hart umkämpften Markt unter den europäischen Fluglinien zu behaupten. Erst vergangene Woche hatte Chef Gourgeon Kostensenkungen angekündigt. "Unser Ziel ist es, so gut wie die anderen zu sein". Davon sei das Unternehmen aber "noch weit entfernt".

Stand: 16.09.2011 - 1:11 PM Uhr

Quelle: AFP

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