Artikel vom 26.01.2012 0
BER-Flugrouten bestätigt
Branche begrüßt Festlegung
© DFS
Übersichtskarte Abflugstrecken am Flughafen Berlin Brandenburg
Nach langem Streit über die befürchtete Lärmbelästigung stehen die Flugrouten für neuen Berliner Flughafen fest. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung entschied sich dafür, dass die Flugzeuge über den Müggelsee im Südosten der Hauptstadt fliegen sollen. Auch über den Südwesten werden Flugzeuge abheben, wie aus der am Donnerstag vorgelegten Verordnung hervorgeht.
Bürgerinitiativen wollen sich gegen die umstrittenen Flugrouten über den Müggelsee mit gerichtlichen Schritten wehren. «Wo ein Flughafen ist, ist auch Fluglärm», sagte der Direktor des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, Nikolaus Herrmann. Er sagte zu, nach Inbetriebnahme des Flughafens den tatsächlichen Flugbetrieb sorgfältig auszuwerten und zu überprüfen. Grundlage für die Entscheidung sei, den geplanten Flugverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln. Gegen die Flugroutenpläne gibt es seit knapp eineinhalb Jahren Proteste im Süden von Berlin und Brandenburg. Unter dem Strich sollen durch die Konzentration der Flüge auf nur einen Airport in der Region aber mehr Einwohner von Fluglärm entlastet, als neu belastet werden. Der neue Flughafen BER wird am 3. Juni eröffnet. Der im dichtbesiedelten Berliner Norden gelegen Flughafen Tegel schließt dann.
Luftfahrtbranche begrüßt Flugrouten-Festlegung
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat die Festlegung der Flugrouten für den Großflughafen in Schönefeld begrüßt. "Es ist gut, dass dieser Meilenstein erreicht ist", sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch am Donnerstag. Der Flughafen sei ein Job-Motor für die gesamte Region. Angesichts der Auseinandersetzungen um die Routen mahnte er für künftige Planungen aber mehr Transparenz an. Grundsätzlich seien Flugrouten Kompromisse zwischen verschiedenen Regionen und Interessen.
Nun herrsche endlich Klarheit, sagte der Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz am Donnerstag. Das vorgestellte Konzept sei «auch das Ergebnis der engagierten Arbeit der Fluglärmkommission und vieler der Bürgerinitiativen, die konstruktive Beiträge geleistet haben, um die Fluglärmbelastung in der Region so gering wie möglich zu halten».
Schwarz kündigte zudem an: «Auch nach Eröffnung des BER gilt es, Optimierungspotenziale durch die Erfahrungen des realen Flugbetriebs zu entwickeln.» In jedem Fall werde wie bereits angekündigt die Studie zur Realisierbarkeit des sogenannten Münchener Modells für die Ostabflüge vorangetrieben. Nach internationalen Vorgaben sind Parallelstarts, die die Flugbewegungen bündeln würden, eigentlich nicht zulässig. Für den Flughafen München gibt es aber eine Ausnahme.
Link: Übersichtskarten der Flugverfahren (PDF, 4MB)
Stand: 26.01.2012 - 3:42 PM Uhr
Quelle: dpa, dpa-AFX
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