Artikel vom 23.01.2012 0

Flughafen Hof am Scheideweg

Wie geht es weiter mit dem Flughafen Hof-Plauen? Die einzige Fluggesellschaft am Platz, Cirrus Airlines, hat Insolvenzantrag gestellt und fliegt derzeit nicht von Hof nach Frankfurt. Aus dem Regionalflughafen könnte ein reiner Landeplatz für Privatflieger werden.

Prospekt mit der Aufschrift

Prospekt mit der Aufschrift "Flug ab Hof - direkt günstig fliegen" vor einer Dornier 328 der Cirrus-Airlines

Nach dem Insolvenzantrag der Fluggesellschaft Cirrus Airlines ist die Zukunft des Regionalflughafens Hof-Plauen ungewiss. Die Politik sucht nun fieberhaft nach Lösungen. An diesem Dienstag will sich nach Worten von Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) das Kabinett in München mit dem Thema befassen. Der Freistaat hat den Linienflugverkehr in Hof bislang massiv subventioniert. Am Montag hatte das in Saarbrücken ansässige Unternehmen Insolvenzantrag gestellt und diesen Schritt mit der drohenden Zahlungsunfähigkeit begründet. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter soll am Dienstag bestellt werden.

Am Freitagabend hatte Cirrus den Flugbetrieb ausgesetzt. Für die Politiker in Hof kam das überraschend. Am Montag wurde heftige Kritik an der Fluggesellschaft laut, da es bis zum Nachmittag kein offizielles Signal gegeben habe, wie der Hofer Oberbürgermeister Harald Fichtner (CSU) sagte. «Die Politik soll es jetzt wieder ausbaden.»

Rund 8.000 Fluggäste nutzten nach Angaben der Stadt Hof im Jahr 2011 das Cirrus-Angebot, mit einer Linienmaschine von Hof nach Frankfurt am Main zu fliegen. 2010 zählte man noch 14.000 Passagiere - allerdings bei drei Starts pro Werktag. Zuletzt hatte Cirrus das Angebot auf zwei Starts reduziert. In Spitzenzeiten gab es 25.000 Fluggäste pro Jahr. Die öffentliche Hand subventionierte den Linienflugbetrieb in Hof 2011 mit 3,6 Millionen Euro. Die Zahlungen seien nun natürlich ausgesetzt worden, betonte Fichtner.

Stadt und Landkreis Hof, die Stadt Plauen, der Vogtlandkreis und der Landkreis Wunsiedel sind neben einem Zusammenschluss von Wirtschaftsunternehmen Gesellschafter des Hofer Flughafens. Verantwortung für die finanzielle Schieflage des Unternehmens Cirrus werde man nicht übernehmen, erklärte die Flughafen-Geschäftsführung am Montag. Alle vertraglich vereinbarten Zuschüsse seien während des Linienbetriebes fristgerecht bezahlt worden.

Ein komplettes Aus für den Flughafen im Norden Bayerns sei auszuschließen, betonten der Hofer Landrat Bernd Hering (SPD) und Fichtner. Der Verkehr mit Privatflugzeugen gehe weiter. Vor allem für Firmen der Region sei der Airport sehr wichtig. «Der Flughafen an sich ist nicht in Gefahr», sagte Hering. Fichtner hatte gesagt, man wolle mit aller Kraft versuchen, weiterhin Linienflüge anzubieten.

Stand: 23.01.2012 - 1:58 PM Uhr

Quelle: Kathrin Zeilmann, dpa

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