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Artikel vom 21.11.2011 0

Neues Orientierungssystem in Frankfurt Aus A wird Z

Werbung, Menschenmassen, plärrende Lautsprecher: An Flughäfen herrscht oft Reizüberflutung. Damit Passagiere trotzdem nicht ihren Anschlussflug verpassen, wird in Frankfurt das Orientierungssystem erneuert. Dabei spielen auch kulturelle Unterschiede eine Rolle.

Hinweis-Schilder im Terminal 1 im Flughafen in Frankfurt am Main.

Es ist nur ein kleiner Buchstabe, aber ein großer Aufwand: Der Flugsteig A für außer-europäische Flüge wird am Frankfurter Flughafen künftig Z heißen. Passagiere sollen so schneller an ihr Ziel kommen, weil sie sich anstelle einer schwer zu erfassenden Zahlen-Buchstaben-Kombination länger an einem einzelnen Buchstaben orientieren können. Um dies zu ermöglichen, müssen nicht nur die Schilder im Terminal, sondern auch die etwa 30 Computersysteme des Flughafens angepasst werden. Dazu kommen noch die rund 30 Systeme der Lufthansa.

Doch der Aufwand lohnt sich, findet die Projekt-Leiterin Martina Pfeffer: «Das Thema Orientierung ist in Frankfurt als Umsteige-Hub natürlich besonders wichtig, damit die Passagiere, wenn sie knappe Umsteigezeiten haben, möglichst einfach den Weg zum Flieger finden.» Die Umstellung erfolgt im Rahmen des nächstes Jahr in Betrieb gehenden, eine halbe Milliarde Euro teuren neuen Flugsteigs A-Plus. «Wir lassen uns das durchaus etwas kosten», so Pfeffer, die keine genauen Zahlen nennen will.

Schon seit Anfang des Jahres ist man am Flughafen außerdem damit beschäftigt, Standorte und Layout der über 5000 Schilder zu vereinheitlichen und zu optimieren. Die neuen Zeichen seien einfacher und leichter wahrzunehmen, beschreibt der Leiter der Abteilung Visuelle Fluggastführung und Design, Gregor Kallert. Das Königsblau leuchte ein wenig mehr und auch das Licht der weißen Schrift sei greller. «Wir müssen wegen der vielen visuellen Reize in den Terminalanlagen prägnanter werden», erklärt Kallert.

Zuvor herrschte am Frankfurter Flughafen eher ein Stilmix von Farben und Formen. Das liegt daran, dass mit den verschiedenen Erweiterungen inzwischen drei unterschiedliche Systeme in dem weitläufigen System zufinden waren. Zuviel des Guten für Abteilungsleiter Kallert: «Wenn einmal ein A auf orangenem Grund steht und einmal auf einem blauen und mal ist die Schrift beleuchtet und mal nicht, dann verwirrt das die Passagiere.» Ein gutes Schild müsse möglichst einfach sein und Ruhe und Seriosität ausstrahlen, findet Kallert.

Bei solchen und anderen Erkenntnissen verlassen er und sein Team sich nicht einfach auf ihren guten Geschmack, sondern arbeiten eng mit Kognitionsforschern der Universität Freiburg zusammen. Mit Hilfe des sogenannten Eye-Tracking-Verfahrens, das Augenbewegungen misst, haben die Wissenschaftler erforscht, wie man Informationen auf einem Schild am besten sortiert, damit sie leicht erfassbar sind. Dabei müsse man an einem internationalen Flughafen auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen. So würden Schilder in manchen Ländern von rechts nach links gelesen und nicht umgekehrt. Für Passagiere aus dem asiatischen Raum spielten die grafischen Symbole eine besonders wichtige Rolle.

Die spezielle Architektur des Frankfurter Flughafens, bei dem die verschiedenen Flugsteige von einer zentralen Check-In-Halle abgehen, stellte das Team vor besondere Herausforderungen. Da müsse man die Passagiere auch schon mal um einige Ecken führen, erklärt Projektleiterin Pfeffer. Man habe jedoch versucht, eine Lösung zu finden, die sowohl bei den Passagieren als auch bei den Airlines breite Zustimmung findet. Im Jahr 2010 starteten und landeten etwa 53 Millionen Passagiere am Frankfurter Flughafen, etwa die Hälfte davon sind Umsteiger.

Stand: 21.11.2011 - 2:20 PM Uhr

Quelle: dpa

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