Interview

"In der Spitze werden bis zu 300 Mitarbeiter im Einsatz sein"

22.03.2018 - 17:30 0 Kommentare

Warteschlangen gehören an den Kontrollen in Düsseldorf zur Tagesordnung. Lange, der Chef des Dienstleisters Kötter, räumt erstmals "gravierende Probleme" ein und erklärt, wie er den Ferienansturm bewältigen will.

 Sicherheitskontrolle am Flughafen. - © © dpa - Frank Leonhardt

Sicherheitskontrolle am Flughafen. © dpa /Frank Leonhardt

Der Flughafen Düsseldorf machte in der Vergangenheit scheinbar unverschuldet mit negativen Schlagzeilen von sich reden: An den Passagierkontrollen bildeten sich lange Schlangen. Alle Beteiligten drängten schnell auf eine Lösung. Für dieses Jahr versprach Kötter-Chef Peter Lange im airliners.de-Interview Ende 2017 allein 100 neue Mitarbeiter vor Ostern; diese Zielmarke kann er aus eigener Kraft nun nicht stemmen.

airliners.de: Herr Lange, in diesen Tagen ist viel von den Warteschlangen vor den Kontrollen am Flughafen Düsseldorf im vergangenen Sommer die Rede. Wie fällt Ihr Rückblick aus?
Peter Lange: Die Probleme in Düsseldorf im vergangenen Sommer waren in der Tat gravierend, bestimmte Versäumnisse auch unentschuldbar. Zunächst hatten wir über den Jahreswechsel 2016/17 und bis zum Frühjahr vergangenen Jahres nicht genügend qualifizierte Bewerber rekrutieren können. Hinzu kam ein ungewöhnlich hoher Krankenstand von über 20 Prozent. Zusätzliche Unruhe kam durch die Insolvenz von Air Berlin erschwerend hinzu. Aber eines konnte zu jeder Zeit garantiert werden: Die Passagierkontrollen blieben sicher. Und das ist und bleibt unsere erste wie wichtigste Aufgabe: Security First. Wir können nicht schnell oder langsam kontrollieren, sondern nur sicher und sorgfältig.

Zur Person © Kötter

Peter Lange ist Chef der Kötter Aviation Security SE & Co. KG. Nach seinem Studium der Sozial- und Wirtschafts­wissenschaften war er unter anderem Projektmanager der Preussag Handel GmbH, Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH sowie der Flughafen Düsseldorf Ground Handling GmbH und Mitglied der Geschäftsleitung der Waz-Mediengruppe (heutige Funke Mediengruppe), für die er unter anderem den Logistikbereich steuerte.

Wie lässt sich der Ansturm zum NRW-Osterferienstart am Freitag am besten meistern?
Für ein besseres Klima ist schon gesorgt, wenn beide Seiten, Mitarbeiter wie Passagiere, sich ohne Stress an den Kontrollstrecken begegnen. Um Anspannungen zu vermeiden, bedarf es besonderer Reserven. Personalreserven bei Kötter, aber auch Zeitreserven auf Seiten der Passagiere.

Sprich Sie erwarten auch Rücksicht von den Fluggästen?
Mein Appell an die Passagiere: Planen Sie angemessene Zeitreserven ein - und wir sorgen für ausreichende Personalreserven. Auch wenn das nicht mehr so einfach ist. Der Markt ist wegen der geringen Arbeitslosenquote derzeit für Unternehmen, die einstellen wollen, nicht unproblematisch. Denn wir erleben in Deutschland einen bisher nie gekannten Wettbewerb um Arbeitskräfte.

© airliners.de, Lesen Sie auch: "Wir brauchen an den Kontrollen jetzt einen zweiten Dienstleister" Interview mit Düsseldorfs Flughafenchef Thomas Kötter

Wie positioniert sich Kötter in diesem Wettbewerb? Was haben Sie konkret in Sachen Personalverstärkung gemacht?
Wir sind auf allen Ebenen - personell, organisatorisch und finanziell - mit Hochdruck unterwegs, um für gute Abläufe an den Kontrollstrecken zu sorgen. Dank einer Rekrutierungs- und Ausbildungsoffensive − übrigens mit Investitionskosten von fast 1,5 Millionen Euro, die wir gemeinsam mit unserem Partner Gate Training, der über langjährige Erfahrungen und umfassende Referenzen bei der Gewinnung von Mitarbeitern für die Flughafensicherheit verfügt, gestartet haben - können wir zum Start der Osterferien allein auf über 80 neue Luftsicherheitsassistenten zurückgreifen. Und damit durch wieder gestiegene Bestehensquoten auf mehr als erwartet.

Damit haben Sie aber auch das angepeilte Ziel deutlich verpasst, deswegen kommen erneut Mitarbeiter von Fremdunternehmen zum Einsatz. Wie viele sind es dann?
In Verbindung mit den flankierenden Maßnahmen wie die Unterstützung durch befreundete Unternehmen und unser Schwesterunternehmen am Flughafen Köln/Bonn sowie besondere Prämien für Mitarbeiter, die an den Ferien- und Feiertagen zur Verfügung stehen, ergibt sich, dass wir die angekündigte Zahl von 100 zusätzlichen Kräften deutlich übertreffen werden. Insgesamt bringt unser Unternehmen nun rund 130 zusätzliche Kräfte an die Kontrollstrecken, rund 30 Prozent mehr als geplant. In der Spitze werden bis zu 306 Luftsicherheitsassistenten im Einsatz sein.

Vielen Dank für das kurze Gespräch, Herr Lange.

Von: cs
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